Dienstag, 4. Juni 2013

Verheißen und erschienen

Die heiligen Lehrer wußten es: Derselbe Gott, der dem Alten Testament die diesseitigen Güter gab, hatte die himmlische Gnade, die sie vorbildeten, schon für die Gläubigen hinterlegt. Er wollte ihnen zu seiner Zeit das irdische "Land" (vgl. Mt 5,5) gegen das Königreich des Messias und das "untere" Jerusalem gegen das "obere" (vgl. Gal 4, 26) eintauschen.
Aus dieser Sicht erging das Mahnwort Augustins an die Gegner des Gesetzes und der Propheten: "Wer Gott in rechter Weise verehrt, der findet in Wahrheit den einen Gott beider Testamente, und er liebt in beiden die Güte dieses einen Gottes; in beiden auch fürchtet er seine Strenge: im Alten Testament erkennt er den verheißenen Christus, im Neuen Testament nimmt er den erschienenen auf" (C. adv. Legis et Proph. I, 34).
Synkletika Grün OSB: Psalmengebet im Lichte des Neuen Testamentes. Regensburg 1959. S. 26.

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