Dienstag, 11. Juni 2013

Und jetzt Weihnachten mitten im Sommer

Sacerdos vienennsis - der übrigens vor wenigen Tagen seinen Weihetag feiern konnte (hier) und obendrein regelmäßig wirklich hinreißende Bilder schießt (gerade wieder hier oder hier), die schon längst einen Blogozesenpreis verdienten - hat gefragt, ob ich vom Westportal des Theobaldmünsters zu Thann auch einige Details auf Lager hätte. 
.
Das ist jetzt so eine Sache - einerseits geize ich manchmal mit Bildern, um sie nicht vorschnell zu verbraten (wer weiß, zu welchem Beitrag sie später einmal taugen mögen), andererseits verfüge ich auch nicht über eine Ausrüstung, mit der man solchen Portalen und Bauwerken wirklich beikommen könnte; die Preise spezieller Objektive lassen mir die Haare zu Berge stehen, ein Stativ mitzunehmen bin ich ohnehin zu faul und überdies wäre, etwa bei solchen Portalarchitekturen wie in Thann, eine hydraulische Arbeitsbühne schwer von Vorteil.
.
Insofern habe bei den folgenden (Detail-) Aufnahmen teilweise mit Bildbearbeitung etwas / deutlich nachgeholfen. Sie stammen allsamt aus dem rechten unteren Tympanon, in welchem das Weihnachtsgeheimnis illustriert ist - wunderschön in der Komposition mit Engelskonzert über den "Hügeln" mit Bethlehems Hürden und lauschenden Hirten, darunter der Stall mit einem segnenden Jesusknaben, Unserer Lieben Frau im Wochenbett und einem verschlafenen Joseph, während auf der anderen Seite die Weisen aus dem Morgenland sozusagen den gotischen Halbbogen herunter heranziehen ...
.





.
In den umgebenden Archivolten sind nächst diesem Geschehen vor allem Martyrien diverser Heiliger zu sehen. Beim Rosenkranz kam mir kürzlich der Gedanke, ob nicht die Geißelung Jesu - das geschundene Fleisch, die Striemen und Wunden am ganzen Körper - vielleicht das krasseste Gegenbild zur Inkarnation ist, zum Einsenken des Logos in unser Fleisch? Die Geißeln werden auch noch immer geschwungen, mitunter bis in den Tod, unzählige Brüder und Schwestern bezeugen den Gott, der Mensch geworden ist und gelitten hat, auch heute mit ihrem Leben.
.
Einige Szenen scheinen aber kein Martyrium zu zeigen. Hier etwa scheint mir zum Beispiel eher die Versuchung des hl. Antonius dargestellt ...

1 Kommentar:

sacerdos viennensis hat gesagt…

Ein von Herzen kommendes Vergelt´s Gott für die schönen Aufnahmen. Ein Besuch des Theobaldsmünsters lohnt sich allein schon wegen des Portals. Gute Aufnahmen sind auch mit ganz günstigen Teleobjektiven zu machen, ab 150 Euro beginnts. Normalverbraucher wie unsereins können bei Bildern, die mit verschiedenen Objektiven gleicher Brennweite gemacht werden, keinen Unterschied in der Qualität ausnehmen. Die Investition lohnt sich sicher - im Gegensatz zur Hebebühne.