Sonntag, 2. Juni 2013

Taizé-Mantras werde ich wohl nie richtig lieben lernen

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich mir auf der Heimfahrt von Basel noch nicht schlüssig war, ob ich zur heutigen Jahr des Glaubens-Anbetungsstunde gehen würde. Ich hoffe freilich, daß der Herr nun nicht deswegen die Türstörung im Regionalexpress organisiert hat. Der Zug kam jedenfalls genau jene Minuten zu spät in Freiburg an, um den Lieblings-fast-vor-die-Haustür-fahr-Bus zu verpassen. Blieb also die Mit-der-Kirche-ums-Dorf-roll-Straßenbahn oder Anbetung. Am Morgen hatte Pater Biffart FSSP in seiner Predigt noch die mangelnde Liebe vieler Katholiken zur Eucharistie beklagt ... also gut: Anbetung.
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So fand ich mich kurz vor 17 Uhr in der Martinskirche wieder, wo man aber schon um 16 Uhr begonnen hatte. Für 17.45 Uhr war der sakramentale Segen angesetzt. Sophophilo von Invenimus Messiam war wohl auch da und bestätigt meinen Eindruck, ich hätte irgendwas mausmäßiges durch die Bankreihen huschen sehen (hier).
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Ich hoffte auf eine völlig stille Anbetung; wahrscheinlich hätte ich dazu eine Stunde früher einrücken müssen ... die gestalteten Momente hielten sich aber in Grenzen, wenngleich mir Orgel statt Gitarre lieber gewesen wäre, aber solcher Dinge wegen ist man schließlich nicht gekommen. Irgendwann wurde eines dieser Taizé-Mantras angestimmt: Man solle hierbleiben, wachen und beten. Nun denn, ich hatte ja nicht vor, wegzugehen, wach war ich auch, und wenn der Singsang mal eine Ende nähme, könnte es auch mit dem Beten funktionieren ... soweit ein klitzekleiner, etwas ungeordneter Gedanke von einem, dem der sentimentvolle Rondo-Appell irgendwann leicht auf den Keks zu gehen begann. Aber was soll's, den anderen hat's offenbar gefallen.
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Beim Verlassen brach das Abendlicht durch das Westfenster. Im Chor sangen die Dominikaner ihre Vesper und ich mußte an das Lied mit dem Engel denken, der "in ewgen Freuden das abendlose Licht" schaue, dessen letzte Strophe lautet:
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Laßt uns zum Engel schauen,
wenn auf dem letzten Gang
durch Todesnot und Grauen
wird unserm Herzen bang.
Er wird die Flügel breiten
und uns aus dem Gericht
in Frieden heimgeleiten
vor Gottes Angesicht.
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Ich tat gut daran, die Anbetung nicht zu verbummeln ...

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