Dienstag, 25. Juni 2013

Seht das Lamm Gottes

Dem Schaffen des zeitgenössischen Bildhauers Helmut Lutz stehe ich in der Regel eher kritisch gegenüber - das liegt auch ein wenig daran, daß er mit diversen Werken in nicht wenigen Kirchen der Region präsent ist; mitunter kann dies auch zu einem gewissen Überdruss führen. Auch ist Lutzens ausgeprägter Personalstil nicht immer mein Fall. Bei meiner Pfarrkirche bin ich mir zum Beispiel bis heute noch nicht sicher, ob die nachkonziliar erzeugte Öde letztlich doch von kleinerem Übel war - angesichts der jüngeren Neugestaltung durch Lutz, auch wenn dabei einige Bilder und Skulpturen eingearbeitet (und somit wieder in die Kirche zurückgeholt) wurden, die man Ende der 1960er-Jahre hinausgeworfen hatte. 
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Sehr eindrücklich fand ich dieser Tage jedoch seinen Kreuzweg in der Kirche St. Nikolaus in Schluchsee. Für die 12. Station kombinierte er zum Beispiel einen alten Crucifixus mit Maria und Johannes dem Täufer, der auf das "Lamm Gottes" weist - meines Ermessens eine Reminiszenz an das Kreuzigungsbild des Isenheimer Altars in Colmar, auf das die Ankerperlenfrau gestern auch schon zu sprechen kam (hier) ...

Kommentare:

ankerperlenfrau hat gesagt…

Danke für den Link, lieber Andreas!
Die Arbeit gefällt mir gut und ich denke auch, daß der Fingerzeug des Täufers seinem großen Vorbild folgt.
Du kannst aber hier auch gut sehen, was den GROSSEN Künstler vom Künstler trennt: das Kreuz ist überdimensioniert im Verhältnis zur Figurengruppe und die Dornen stellen eine unsinnige "Überdekoration" dar, zumal der Kruzifixus die Dornenkrone trägt. GROSSE Künstler beherrschen die Kunst des Weglassens...

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Das Dornen- / Schwielen-Motiv zieht sich als kleiner roter Faden durch viele der Stationen ... von daher sollte man es Lutz hier nicht als ein Zuviel übel nehmen. ;-)

Vielleicht werde ich in den kommenden Tagen noch das ein oder andere Bild veröffentlichen.