Montag, 3. Juni 2013

Kleine Anmerkung zum sel. Johannes XXIII. und den grauhaarigen Kindern des Konzils

Heute jährt sich der Todestag des sel. Johannes XXIII. zum fünfzigsten Mal; es war seinerzeit, wie heute, ein Montag - der Pfingstmontag.
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Vor allem die renitenten Reformkatholen kriegen sich ja kaum ein, wenn der Name dieses Papstes fällt. Ja gewiß würde dieser Papst, lebte er noch heute, zum Beispiel die Forderung der Öffnung des Weihepriesterums für Frauen umfänglichst begrüßen, da bin ich mir ja sowas von sicher ... auch wenn das Gedöns meines Ermessens eine als "Gleichberechtigung" kaschierte Variante eines besonders üblen Neoklerikalismus ist. Auch die Verdünnung der Kirche in eine spirituell aufgetakelte NGO mit umwelt- und sozialpolitischen Ansprüchen läge, wer wollte das bezweifeln, voll auf der Linie des verstorbenen Papstes.
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Apropos "Neoklerikalismus" ... das selbe Volk stöhnt und schimpft ja regelmäßig darüber, daß die böse "alte Liturgie" als "außerordentliche Form des römischen Ritus" wieder unbestreitbar Heimatrecht in der Kirche erlangt hat. Ob sich die grauhaarigen Kinder des Konzils und deren sich hier und da tummelnden Epigonen bewußt sind, daß die liturgischen Bücher dieser "Form" gemäß den unter Johannes promulgierten Reformen erstellt sind und dessen Wappen tragen? ;-)
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Man wird doch dieses Erbe von Il Papa buono nicht plötzlich schmähen wollen ... oder rupft man sich nur einmal mehr das heraus, was einem gerade in den Kram passt ...?

Kommentare:

damasus hat gesagt…

aber es gibt such welche unter den grauhaarigen oder auch kahl gewordenen Konzilskindern, die ihn den "stursten aller Päpste" und einen "beinharten, unbelehrbaren Konservativen" titulieren.

MC hat gesagt…

Ich sehe, ich muss hier mal erklären, was es mit Johannes XXIII. auf sich hat: Es geht gar nicht darum, was er getan hat. Sondern was er gewollt hätte.

Und er hätte sicher das Frauenpriestertum, die Befreiungstheologie, die Messe auf Denglisch etc. gewollt und er hätte sicher nicht die Verbreitung der Alten Messe gewollt und hätte sie umgehend abgeschafft, wenn damals gewusst hätte, was er alles hätte wollen können oder tatsächlich irgendwie unwissend gewollt hat ... oder so ähnlich.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Damasus, scheint mir aber eine Minderheit, auch in der Beurteilung von Paul VI. gibt es da ja durchaus konträre Positionen im Lager der Renitenzkatholiken.

MC, ich glaube, ich habe soeben den Konzilsgeist vorbeiflattern gesehen ...

Wolfram hat gesagt…

Nun - was dieser Papst, der einst als Interimskompromiß gewählt wurde und von dem man sich eigentlich eher noch gar nichts erwartete als eine Beruhigung der Gemüter nach dem vor allem politisch umstrittenen Pontifikat Pius' XII., wirklich wollte, das hat er (und ich möchte sagen: wohlweislich) nicht per Dekret umgesetzt, sondern dem Konzil anvertraut. Zu dessen Vordenkern der damals junge Kardinal Ratzinger gehörte.
Ich kann mir zwar nicht vorstellen, daß er damals die Deutungen der Konzilsbeschlüsse unterschrieben hätte, wie er sie neulich verlauten ließ, aber er hat nie einen Zweifel daran gelassen, daß Frauenpriestertum und Befreiungstheologie bestimmt nicht dazugehören können.