Montag, 17. Juni 2013

Entflammende Epiphanie

"Brannte nicht unser Herz in uns, als er auf dem Wege mit uns redete und uns die Schrift aufschloß?" (Lk 24, 32) Aber dieses Feuer durchglühte erst jetzt beim gemeinsamen Mahle mit dem geheimnisvollen Weggenossen alle Sinne und Kräfte der Schauenden, und sie erfuhren eine Epiphanie, die plötzlich vor dem blinden Menschengeist die Abgründe göttlicher Wirklichkeit aufbrechen ließ.
Im Lichte der Ewigkeit stand Christus vor ihnen, und sie wurden der Wahrheit inne: Er ist das für die Welt gekreuzigte und aus dem Tode zurückgekehrte "Wort" des Vaters; er die Gottesmacht, die die Blätter der Schrift durchwest; er der Sinn und die Fülle all ihrer Mysterien. Von da an ließen die Bildersprache der Prophezeiungen und die Berichte der alttestamentlichen Heilsereignisse in den begnadeten Jüngern nur noch eines aufscheinen: die vom Finger Gottes gezeichnete und vom Pneuma des Logos beseelte Gestalt des Kyrios Christus Jesus.
Synkletika Grün OSB: Psalmengebet im Lichte des Neuen Testamentes. Regensburg 1959. S. 57 f.

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