Mittwoch, 5. Juni 2013

Die eherne Schlange

Die eherne Schlange -
Kanzel, Klosterkirche St.
Trudpert im Schwarzwald
Von besonderer Bedeutung, auf die Christus selbst später zurückweisen wird, ist das Rettungswunder der ehernen Schlange, die Moses in der Wüste unter den widerspenstigen, von Giftschlangen heimgesuchten Israeliten aufrichtete (vgl. Num 21, 6 ff.; Joh 3, 14). Er stelle jenen tödlich Bedrohten durch die am Pfahle erhöhte Schlange im voraus Golgotha vor Augen "und darauf das Kreuz des Sohnes Gottes" (Jakob von Batnä in Sarug), seinen menschlichen Leib, der alles Schlangengift der Sünde in sich hineinziehen wird, um die Sünder zu heilen.
Damals stand die alttestamentliche Kirche mit ihren durch den doppelten Schlangenbiß leiblich und seelisch vergifteten Kindern in typologischer Wirklichkeit schon unter dem Kreuze Christi. In Glauben und Reue traten jene schon damals ein in die alles sühnende Todesgemeinschaft mit dem göttlichen Erlöser; sie berührten das in ferner Zukunft aus seinem Opfer aufblühende Heil und wurden gerettet.
Freilich war es das irdische Leben, das jenen zurückgeschenkt wurde, aber dieses als das Gefäß, das Christus zu seiner Zeit mit ewigem Leben auffüllen wollte.
Synkletika Grün OSB: Psalmengebet im Lichte des Neuen Testamentes. Regensburg 1959. S. 36.

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