Dienstag, 11. Juni 2013

Der Ring des Theobald

Wie kamen Finger und Ring von St. Theobald (Ubald) von Gubbio nach Thann? Die Legende klärt auf ... es verhielt sich nämlich, daß der heilige Bischof seinen Diener zwar nicht im Testament bedacht, ihm aber versprochen hatte, er dürfe sich nach seinem Tod den Bischofsring aneignen. Als der Diener nun den Ring von der Hand des Verstorbenen abziehen wollte, geschah ein kleines Malheur ...
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Der Diener barg nun Ring samt Finger im Schaft seines Wanderstocks und macht sich auf den langen Weg zurück in seine Heimat. Müde lagerte er eines Abends in jener Gegend unter den Tannen, in der sich nunmehr das Städtchen Thann erhebt. Als er wieder aufbrechen wollte, musste er feststellen, daß sein Stock zwischenzeitlich fest im Boden der so gesegneten Erde verwachsen war.
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Himmlische Erscheinungen leuchtet über dem Wald an jener Stelle, wo der Stock Wurzeln geschlagen hatte. Der Graf einer nahegelegenen Burg wurde darauf aufmerksam, sah sich die Geschichte näher an und bestimmte, daß zu Ehre Theobalds eine Kapelle errichtet werde. Heute erhebt sich an dieser Stelle das Münster von Thann.
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Diese Darstellung mag etwas salopp ausgefallen sein; was aber nichts, wie bereits geschrieben, an der Tatsache ändert, daß man in den 1970er-Jahren einen Hautpartikel, welchen man am in Thann aufbewahrten Ring isolieren konnte, mit für authentisch erachteten Reliquien des heiligen Theobald abglich und zum Ergebnis kam, daß es sich wohl in der Tat um einen Ring des Heiligen gehandelt haben müsse ... wie auch immer dieser Ring alsdann den Weg nach Thann gefunden haben mag.
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¶ Die drei Reliefbilder gehörten einst zur mensa eines neogotischen Altars im Thanner Münster.

Kommentare:

sacerdos viennensis hat gesagt…

Solch erläuternde Sprechblasen würde ich mir oft in Kirchen wünschen :-)

Braut des Lammes hat gesagt…

LOL – willst du nicht eine kirchliche Comicbuchsammlung rausbringen? Das würde bestimmt ein Renner.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Es gibt ja bereits Heiligen-Comics französischer Provenienz - so ein wenig fifties-style, aber ganz nett.