Samstag, 29. Juni 2013

Das walte Gott! Amen.

In meinem Bücherregal stehen auch einige wenige Werke von Karl Rahner SJ, oft schwere Kost (wenn man denn die Rübe mal reinhält), manchmal aber auch gewinnbringend und relativ unkompliziert zu lesen wie die meines Ermessens sehr packende Frühschrift Von der Not und dem Segen des Gebetes. Dieser Sammlung zählt zudem das Büchlein Gebete des Lebens zu, welches diverse Gebetstexte aus Rahners Feder versammelt und in das reinzuschauen zeitweilig geistlich anregend sein kann. Allerdings beschleicht mich bei diesen Gebete in einigen Fällen der Verdacht, daß Rahner hin und wieder seine Kritik an der Kirche in einer Form einfließen läßt, die über eine reine und lautere Klage des Betenden hinausgreift. Davon mag man nun halten, was immer man will, sofern dieser mein Eindruck überhaupt zutreffen ist. Was auf der Ebene der Kritik freilich "funktioniert", sollte erst recht auf der Ebene des Lobes möglich sein ...
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Und also danke ich heute, am Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus, dem allmächtigen Gott für die Ekklesia und nicht zuletzt für deren römische Zentrale! Seien wir froh, daß es wenigstens eine Institution gibt, die im Gewoge so vieler Meinungen und Ansichten eine sinnvolle Marschrichtung bestimmt, auf daß die Herde nicht in alle Richtungen ziellos auseinander trabe und dem Hirten entlaufe! Lassen wir uns von Dogmen und Lehrsätzen und Katechismen aufbauen, statt bei deren Demontage mitzumischen! Herr und Gott, laß uns nicht an dem Ast sägen, auf dem du uns ein Nest bereitet hast, in welchem wir sitzen und glauben und hoffen und lieben können! Seien wir dankbar, daß mitten im Hüh und Hott und Hick und Hack der Theologen Il santo padre etwas aufbieten kann, worauf wir uns - Dank jenes deiner Ekklesia verheißenen Pneumas - verlassen können, und freuen wir uns mittenmang in der Welt über die gläubige Widerständigkeit der Päpste zur Welt aus dem Geist des hl. Paulus, der sich bei all dem auch immer bewußt war, daß er in der Welt stand, Stachel inbegriffen. Bitten wir überdies Gott, er reiße uns immer wieder aus der Bequemlichkeit unserer je subjektiv dahergeschusterten Kuschelecken und Teestuben und er möge uns nicht zuletzt vor einem Erstarken gewisser "ortskirchlicher" Strukturen und der damit aktuell absehbaren Verwahrlosung des katholischen Glaubens bewahren. Und weil wir uns des Segens all dieser schönen Sachen, die wir hier erbitten, sicher sein dürfen, können wir sogar gut lutherisch drauf sagen: Das walte Gott! Und auf die Fürsprache der heiligen Apostel! Amen.

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