Sonntag, 19. Mai 2013

Vom heiligen Pneuma vollendet - der hohe Pfingsttag

Die Herabkunft des Heiligen Pneumas - Wand-
 behang im Herz-Jesu-Kloster, Freiburg
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... Das Pneuma ist die Vollendung wie der heiligsten Dreifaltigkeit so auch des göttlichen Heilsplanes. Frucht dieses gewaltigen Mysteriums aber ist die Ekklesia, die Kirche, als die vom Vater Auserwählte und vom Sohne durch sein Blut Erlöste; sie wird vom heiligen Pneuma vollendet in der Heiligung. Der Geist schenkt ihr die Heiligung der dreifaltigen Gottheit, die Christus, der Erhöhte und zum Pneuma Gewordene, ihr durch sein Hohepriestertum zufließen läßt. Er ist ja das Haupt der Kirche, und von ihm aus strömt das göttliche Pneuma durch alle Glieder, schafft sie um zu dem einen Leib in dem einen Pneuma (...).
So hat denn an Pfingsten der erhöhte Herr sich seine Kirche geschaffen als seinen Leib und seine Braut und sich mit ihr vermählt durch die Mitteilung der göttlichen Lebenskraft. Der einzelne, der das Leben Gottes finden will, muß zur heiligen Mutter Kirche gehen.
"Denn diese Gabe Gottes ist der Kirche anvertraut worden, gleichsam zur Einhauchung in die Schöpfung, damit alle ihre Glieder durch seinen [das heißt des Pneumas] Empfang belebt werden; denn in ihr ist niedergelegt die Gemeinschaft mit Christus, das ist das heilige Pneuma, die Brautgabe der Unverweslichkeit, die Festigung unseres Glaubens und die Leiter für den Aufstieg zu Gott. In der Ekklesia nämlich, heißt es (vgl. 1 Kor 12, 28), hat Gott Apostel, Propheten, Doktoren und all die übrigen Ämter des Pneumas eingesetzt. An ihm nehmen nicht teil, die nicht zur Ekklesia eilen, sondern sich selbst durch schlechtes Denken und böses Handeln um ihr Leben betrügen. Denn wo die Ekklesia ist, da ist das Pneuma Gottes, und wo das Pneuma Gottes ist, da ist die Ekklesia und alle Gnade. Das Pneuma aber ist die Wirklichkeit. Die das Pneuma nicht aufnehmen, empfangen von den Brüsten der Mutter keine Nahrung zum Leben, noch das vom Leibe Christi ausgehende hellsprudelnde Quellwasser, sondern graben sich durchlöcherte Zisternen aus Erdlöchern (vgl. Jer 2, 13) und trinken aus dem Schlamme stinkendes Wasser. Sie fliehen vor dem Glauben der Kirche, damit sie nicht überführt werden, und lehnen das Pneuma ab, damit sie sich nicht belehren zu lassen brauchen (Irenaeus, Adv. haer. III 24, 1).
Da aber das Pneuma als die Lebenskraft der Kirche eine Frucht der Passion und der Auferstehung des Herrn ist, so ist auch die Gründung der Kirche in letzter Linie Ergebnis des Pascha-Mysteriums ...
Odo Casel OSB im Beitrag Pfingsten in der Liturgischen Zeitschrift 3 (1930/31). Hier aus: Mysterium der Ekklesia. Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Christus Jesus. Mainz 1961. S. 307 f.
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Allen ein gesegnetes Pfingstfest!

Kommentare:

Huppicke hat gesagt…

Ich finde das Bild ist das das schönste Pfingstbild, das ich bislang gesehen habe. Es gefällt mir so, weil das Feuer des Heiligen Geistes hier nicht aufwühlt, aufpeitsch und die Leidenschaft für Christus und seine Kirche erweckt sondern weil der Heilige Geist eben auch 'Glauben' als stille Gewissheit und äußerliche und innerliche Ruhe schenkt, von Gott gehalten und von Gott erfüllt.

Wunderschönes Bild.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Freut mich, daß dir das Bild gefällt!

Der verhaltene Gestus fällt in der Tat auf - erinnert mich an ein Wort aus den Strophen (neuerer Zeit) des alten Liedes "Nun bitten wir den Heiligen Geist", die mich immer wieder umtreiben: "Bete du in uns, wo wir stumm bleiben" ... wo wir uns schwer tun, enthusiastisch zu sein, wo wir nur stehen und bitten und darauf vertrauen dürfen, daß Er unserer Schwachheit aufhilft ... Dir ein gesegnetes Pfingstfest!