Freitag, 10. Mai 2013

Unsere Erhöhung in Christus

Kyrios Christus -
Pfarrkirche St. Gallus,
Kappel bei Lenzkirch
Das Mysterium unserer Vergöttlichung steht in engster Beziehung zur Pentekoste und zum Feste der Himmelfahrt, in dessen Liturgie es wiederholt in der tiefsten Weise ausgesprochen wird. In prägnanter Kürze faßt der Hymnus zu den Vigilien des Festes es in Worte: "Regnat Deus Dei caro - König ist Gott, Gottes Fleisch!" (Breviarium Monasticum). Was in sich der größte Gegensatz ist - Gott und Fleisch -, das vereinigt sich in dem pneumatischen Christus: das Fleisch nimmt teil an der Gottheit.
Auch in der Präfation von Ascensio ist das Mysterium unserer Vergöttlichung ausgesprochen: "... ut nos divinitatis suæ tribueret esse participes - damit er uns teilgebe an seiner Gottheit". 
Ähnlich heißt es im Communicantes: "Wir stehen in Gemeinschaft und feiern den hochheiligen Tag, an dem unser Kyrios, dein eingeborener Sohn, die mit sich vereinigte Substanz unserer Gebrechlichkeit zur Rechten deiner Glorie niedergelegt hat". In Christus wird die menschliche "fragilitas" - unsere Gebrechlichkeit, die er zu der seinen gemacht hat - umgewandelt in die "gloria Dei", die Lichtherrlichkeit Gottes. 
Sehr schön hat Leo der Große dieses Wunder unserer Erhöhung und Vergöttlichung in der Predigt zum Himmelfahrtstage ausgesprochen, die wir in den Festvigilien lesen: "Die der giftige Feind aus der Glückseligkeit ihrer ersten Wohnstätte hinauswarf, die hat der Sohn Gottes als sich Einverleibte zur Rechten des Vaters niedersitzen lassen" (Sermo 73, 4; 8. Lesung im Breviarium Monasticum). Die ganze Lehre vom Leibe Christi beruht also auf der Erhöhung des Herrn, uns so sind Pascha und Ascensio in Wahrheit Feste des Herrenleibes.
Odo Casel OSB in den Leib-Christi-Konferenzen 1943/44. In: Mysterium der Ekklesia. Von der Gemeinschaft aller Erlösten in Christus Jesus. Mainz 1961. S. 305 f.

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