Freitag, 17. Mai 2013

Identitätsverlust (mit Rätsel!)

Manchmal liest man was und hat den Eindruck, der Autor beschreibe die Gegenwart und habe versehentlich zu den falschen Tempora gegriffen:
... Die überkommenen Glaubensformulierungen wurden keineswegs negiert, sondern oft nur anders interpretiert ... Die allmähliche Umformung des Glaubens in ein schillerndes Gefüge von Bildern, die zunehmende Auflösung der biblisch bezeugten Ereignisse in bloße Mythen und Metaphern stürzten die Kirche in ihre bislang schwerste Krise. Eine Besinnung auf bleibende Fundamente und maßgebliche Orientierungspunkte des Glaubens wurde nötig, sollte das Christentum nicht unmerklich seine Identität verlieren. Es ging um die Sicherung des einmal ergangenen Offenbarungswortes gegenüber dessen willkürlicher Auflösung in der ...
... in der
.
a) katholischen Universitätstheologie.
b) Beschlußlage der Freiburger Diözesanversammlung.
c) Nachfolge diverser Priestermemoranden.
d) Führung von bdkj und kdf.
e) EKD.
f) Dialogprozession.
g) Schwabbel- und Tintenfischökumene.
.
Wie geht der Satz wohl weiter? Vorschläge per Kommentar sind willkommen! Vielleicht weiß auch jemand, wie das Zitat richtig zu Ende zu führen ist? Kleiner Tipp: Es stammt aus der Theologie der Kirchenväter von Michael Fiedrowicz.

Kommentare:

Simplicius hat gesagt…

"...in der Gnosis."

Alternativ h) Spiegelredaktion.
oder i) Drewermanns Pullover.

Tiberius hat gesagt…

http://www.stmichael-online.de/gnostizismus1.htm

clamormeus hat gesagt…

Da ich's zufällig weiß, spiel ich jetzt nicht den Streber;-)Fängt aber mit G an...

Heute gesagt, müßte es im vorletzten Satz "wäre" oder"ist" statt "wurde", danach dann "soll" statt "sollte" plus Einfügung "nicht vollends", im letzten Satz "ginge" oder besser "geht" statt "ging" heißen.

Also insofern falsche Tempi. Hoffe dennoch, etwas geschähe, daß man es so bald mit Recht auch wieder sagen kann. Kurz vor Pfingsten gönne ich mir diesen Optimismus ;-)

Geistbraus hat gesagt…

ick will ja man nich besserwisserisch klingen, aber als Musiker muss ich energisch dagegen protestieren, in der Grammatik von "Tempi" zu reden! Sätze, die Adagio oder Allegro heißen, gibts nur in der Musik! In der Sprache lass ich bestenfalls Sätze im Präsens oder Präteritum, mithin in unterschiedlichen Tempora, durchgehen!

In diesem Sinne diachrone Fortsetzungen Deines Satzes:

4. Jahrhundert: ...in der unüberschaubaren Menge der spätantiken Mysterienreligionen

8. Jahrhundert: ...in der Vorstellungswelt des heidnisch-germanischen Volksglaubens

14. Jahrhundert: ...in der radikalisierten Menge der religiösen Bruderschaften und Geißler

16. Jahrhundert: ...in der reformierten, täuferischen und schwärmerischen Theologie

18. Jahrhundert: ...in der Aufklärung

19. Jahrhundert: ...in der Naturwissenschaft

20. Jahrhundert: ...in der politischen Ideologie

21. Jahrhundert: ...in der Schwabbel- und Tintenfischökumene

22. Jahrhundert: ...in der Massenbewegung der militanten Rechtskatholiken

23. Jahrhundert: ...in der Wiederkunft Christi

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Yeah! "Gnosis" ist richtig!

Alle haben es unmittelbar oder mittelbar hindeutend erkannt ... die Mysterienreligionen lassen wir auch gelten, außerdem hat mich der Geistbraus (voll der Formulierungsfascho) pünktlich zur Pfingstvigil wieder mal wegen der Wortwahl angepfiffen; aber er hat leider recht ... tempus, temporis ... Plural: tempora.

Ich werde der Musik abschwören, die mich hier verführte, die Orgel nimmer schlagen! Kein Laut soll mehr aus meiner Kehle dringen und das Lob sei nimmermehr in meinem Munde (beides zumindest sofern vertont). Die Oper will ich opfern und die Menge der Töne meiden.

Daß mir die Vorstellung einer "Massenbewegung der militanten Rechtskatholiken" trotz der brausenden Einordnung irgendwo sympathisch ist, erfüllt mich übrigens mit gewisser Sorge. Aber egal, die wird ohnehin erst für das kommende Jahrhundert verheißen.

Den Pulli von Drewermann halte ich für unschuldig.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

PS Einmal umgeblättert im Buch von Fiedrowicz findet man - noch innerhalb dieses Gnosis-Abhandlung - das folgende Zitat des hl. Athanasius, mit dem man jede Diskussion mit Wisiki & Co. zum Thema Katholisch-Sein aufmischen kann:

Laßt uns die ursprüngliche Überlieferung sowie die Lehren und den Glauben der katholischen Kirche betrachten, den der Herr gegeben, die Apostel verkündet und die Väter bewahrt haben. Denn darauf ist die Kirche gegründet, und wer aus ihr herausfällt, der kann wohl weder ein Christ sein noch so genannt werden.

clamormeus hat gesagt…

Kleines Extempore

Hab auch Tempi gesagt, aber woher will dieser Geistbraus eigentlich wissen, daß ich meine Kommentare ni-i-i-i-i chhhht singe? Düdeljüh, Jatatatam!

Aber auch inhaltlich: selbstredend hat ein Rückblick auf schon Erreichtes ein ganz anderes Tempo, als ein Aufruf zu etwas, das jetzt dringend geschehen müsse!
Bitte vertonen:
"Gerettet! Wir haben gesiegt und das ist gut so!"
Und dann:
"Steht auf Brüder,erwachtet,wehret,wehret, es dräuet das Verderben so nah!"

Letzteres zur ersteren Melodie gesungen, wäre auch ein ein falsches Tempo!!! ;-)

Arminius hat gesagt…

O Tempora o Mores, Ihr habt Probleme!

Aber das Zitat ist wirklich gut.