Mittwoch, 1. Mai 2013

Ein paar Gedanken zum hl. Joseph und den tieferen Sinn der Arbeit

Die heilige Familie mit Mutter Anna - Bekrönung des rechten
Seitenaltars der Pfarrkirche St. Georg in Ehrenstetten
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Wenn wir in Maria die "neue Eva" sehen und so von einer der zentralen Gestalten im Umfeld Christi, im Umfeld der Menschwerdung des Kyrios, ja: von einer zentralen Gestalt im Gesamt der Heilsökonomie, wenn wir also von Maria aus diesen Bogen schlagen können zum Urgrund und Urfall des Menschen, dann stellt sich die Frage, ob nicht mit der Gestalt des hl. Joseph ein ähnlich gelagerter Angelpunkt verknüpft sein könnte, der darauf hindeutet, daß der Fluch der Sünde mit der Inkarnation des Logos vor seiner Aufhebung steht? 
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Das heutige Hochfest des hl. Joseph als eines "Mannes der Arbeit" lenkt den Blick unter anderem auf die arbeitsreiche Sorge ums Überleben, die der Mensch nach der Ursünde mitsamt dem unweigerlich irgendwann eintretenden Tod auferlegt bekam, als Gott zu Adam, wie die Genesis erzählt, sprach:
Weil du auf die Stimme deines Weibes gehört hast und vom Baum, von dem ich dir gebot: iß nicht davon! gegessen hast, sei verflucht der Acker um deinetwillen, in Mühsal sollst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. Dorn und Distel soll er dir tragen, so iß denn das Kraut des Feldes! Im Schweiß deines Angesichts magst du Brot essen, bis du zum Acker kehrst, denn aus ihm bist du genommen. Denn Staub bist du und kehrst zum Staub (Gen 3, 17 f.).
Verwiesen des Garten Edens ist Mühsal nun des Menschen Los: Arbeit und letztlich der Tod prägen fortan das Leben. Erst Christus wird eine neue Perspektive schaffen, indem er den Tod überwindet und uns beruft, ihm zu folgen. Auch die Arbeit bekommt hierdurch einen neuen Sinn, der über einen materiellen Broterwerb hinausreicht. Auch sie wird künftig ein Teil sein von der Nachfolge des Kyrios, der unsere gesamte Existenz vom Tod hinweg auf das Leben hin neu ausrichten will. Wie Maria "die neue Eva" ist, so ist Joseph sozusagen "der erste (neue) Arbeiter", dessen Arbeiten weit mehr als "Strafe" ist, sondern ein "Dienst" am Reich Gottes in der Sorge um die ihm Anvertrauten.
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Der heilige Joseph, dessen Leben einst von Arbeit und Sorge geprägt war, begleite uns mit seiner Fürsprache gerade auch in der Arbeitswelt, damit wir unser Handeln und Tun immer mehr auf Christus hin orientieren!

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