Dienstag, 14. Mai 2013

Bloggertreffen - die Analyse, warum da nix bei rauskommen konnte!

Über das wochenendliche Bloggertreffen - nach dem Vorbild einer Veranstaltung, die in hiesigen Breiten vorweg über die Bühne ging, wäre ich wohl geneigt, einer "Bonner Blogozesanversammlung" das Wort zu reden, hätte, ach Wehe! Sich bei hiesiger Gelegenheit nicht ein waschecht Wechselbalg der Begriffe bemächtigt - ... also über das jüngste Bloggertreffen zu Bonn, so wollen wir's nun nennen, ward schon viel und ausführlich berichtet  auf vielen und maniglichen Seiten, weshalb allen, die so getan, gedankt sei und sie sich darob magnifiziert muten mögen.
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Natürlich kann man, meine Überzeugung, nur fundiertest darüber schreiben, wenn man nicht dabei war. Ihr wisset um den berühmten Außenblick, die Draufsicht bar aller Scheu und Scheuklappen, die allein der zutage treten lassen kann, der jedweder Verstrickung ledig ist, alldieweil die Anwesenden sich haben blenden und betören lassen, wie die konservativen Blogger, die gewiß Kreide fraßen, oder die Macher von katholisch.de, die Glauben machen wollen ...
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... oder wollten - zumindest daran, daß katholisch.de irgendwas mit katholisch oder so zu tun habe. Kleiner Scherz! Aber - träufelt und trieft es nicht aus allzu vielen Zeilen in den Nach- und Blütenlesen dieses rheinischen Konvents, wie weit Verständnis und Respekt der jeweils anderen Seite zu zollen sei? Versöhnte Verschiedenheit, soll das die Währung sein, die auszumünzen letzten Endes man beschlossen, daß andere hernach im Überfluß sich noch und noch viel mehr den Leser hochgetrabt bedrücken müssen, obschon sie nicht dabei gewesen?
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Zu viel! Zu viel! O daß ich nun erwachte! sang Tannhäuser einst gen Venus an, wie Sankt Wagner es uns hinterlassen, überreizt von den Liebkosungen, die ihm, dem Ritter, im Venusberg zuteil geworden. 
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Zu viel! Zu viel! Mögen wir nicht von Herzen hierin eher einstimmen? Führt uns doch dies Wort in die Wende, was wirklich, wie uns frommt, wichtig gewesen weiland am Wochenende, da es raunend zeigen will, was von all dem Zauber zu halten sei, entzaubert man ihn denn. Bei einer Lieblingsbloggerin (hier) nahm Fährte ich auf:
1971 wurde die katholische Bildungsstätte des Bistums Köln von "Liebfrauenhaus" in "Haus Venusberg" umbenannt.
Aha! Da haben wir's! Ein Tor und tumb, wem nun nicht durch der Nebel Not allnötig Worte nahen vom Ende des Tannhäuser und Licht uns leuchten lassen; Finale dritter Akt ...
Tannhäuser: Zu dir, Frau Venus, kehr ich wieder, in deiner Zauber holde Nacht; zu deinem Hof steig ich darnieder, wo nun dein Reiz mir ewig lacht! Wolfram: Halt ein! halt ein! Unsel'ger! (...) Tannhäuser: Entzücken dringt durch meine Sinne, gewahr ich diesen Dämmerschein! Dies ist das Zauberreich der Minne, im Venusberg drangen wir ein! Venus: Willkommen, ungetreuer Mann ...
... und so weiter. Das Bohei währt eine Weile, bis Wolfram aufschlägt:
Ein Engel bat für dich auf Erden, bald schwebt er segnend über dir! Venus: Zu mir! Zu mir! Wolfram: Elisabeth! Tannhäuser: Elisabeth! Chor: Der Seele Heil, die nun entflohn dem Leib der frommen Dulderin! Wolfram: Dein Engel fleht für dich an Gottes Thron, er wird erhört: Heinrich, du bist erlöst! Venus: Weh! mir verloren ...
Elisabeth ist, so die Rezeptionsgeschichte am Rande notiert, eine Marienrepräsentation. 
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Tannhäuser kehrt um und stirbt gleichfalls, aber zuvor wird ihm noch der "Stab aus Priesters Hand" gebracht, der sich wider aller Erwarten mit "frischem Grün" geschmückt hat: "Der Gnade Wunder Heil!"
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Was also, frank und frei und frech und fromm und Frau und Mann gefragt, was ist davon zu muten, ja was zu erwarten, wenn Was! Wenn es Vertretern der Blogozese pläsiert, in einem Haus zu konvenieren, welches Was! Weiland den Titel Unserer Lieben Frauen trug und nun! Was? Ruchlos der Name! "Haus Venusberg" geheißen wird, all das und obendrein mit dem Segen der kirchlichen Oberen? Was kann da! Ja was? Schon Gutes dabei rauskommen!
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So bleibt allein, ein Resumée zu ziehen, indem geschliffen ein Verdikt gesprochen werden muß! Wie soll auch, was, da des Meisters Werk konterkarierend, nicht einmal als legitimer Beitrag zum Wagner-Jahr gelten kann, wie soll das zur Evangelisierung taugen? Welch Evangelium sollte uns da vom Venusberg verkündet werden? Das nächste Mal also bitte wieder hier ... im ... Karl-Rahner-Haus!
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Danke übrigens, daß Sie diesen Beitrag bis zum Ende durchgelesen haben!

Kommentare:

Braut des Lammes hat gesagt…

Sehr gerne, ich hab lachen müssen. Da man als Nichtteilnehmer ja viel besser drüber reden kann: die Äußerung, man habe bei katholisch.de eigentlich nichts vom Vorhandensein katholischer Blogs gewußt, find ich auch in gewisser Hinsicht äh, drollig. Also, da wäre ich doch gern die Fliege an der Wand gewesen. ;)

Frischer Wind hat gesagt…

Lieber Pro Spe Salutis, köstlich! Du hast das ganze Ausmaß des Dramas erkannt - und beschrieben... :-)

Einfach klasse!
(Und es war mir ein Vergnügen, bis zum Ende zu lesen!)

Ester hat gesagt…

Möchte mich meiner werten, Vorposterin vollinhaltlich anschließen, Problem in der Tatvollumfänglich erkannt!
Ansonsten; Heilige Afra bitte für uns.

Wolfram hat gesagt…

Ich hatte und habe mit Herrn Wagner zu Bayreuth keine gekreuzten Atome, erst recht keine Textverbindungen. Das möchte ich doch unterstrichen wissen.

Und augenzwinkernd hinzufügen, daß der Venusberg im Gegensatz zum gleichnamigen Hügel deutlich weniger eindeutig assoziativ besetzt ist als der Pinnasberg und sein gelbes Haus.
(Die sind mir neulich mal unerwartet untergekommen, ich mußte Google bemühen.)

Pro Spe Salutis hat gesagt…

In was für ein offenbar tiefenpsychologisch zu verortendes Wespennest habe ich denn da jetzt gestochen? *grübelgrübel*

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Nachdem ich nun selbst gegoogelt habe ... Herr Pfarrer, was kennen und nennen Sie für Filme? *schauderschauder*

Wolfram hat gesagt…

Nur vom Hörensagen, Herr Organist. Und auch erst, nachdem das besagte Gebäude an völlig anderer Stelle unvermutet erwähnt worden war und ich vermittels Google nachgeschlagen hatte, worum es sich eigentlich handelt.