Montag, 29. April 2013

Mumpitz - eine kurze Nachlese

Der Mumpitz ist zu Ende. Elaboriert hat die Diözesanversammlung ein Kirchenbild, welches die Ekklesia als einen Verein - wie manch anderen - zu sehen scheint, den es gesellschaftspolitischen Entwicklungen anzugleichen gilt. Hand auf Herz: Gewollt werden letzten Endes Frauen am Altar, Laien auf der Kanzel und "Heiliges Brot" für alle, Geschiedene, Lesben und Schwule inklusive. Warum sich um göttliches Gebot oder zumindest das natürliche Sittengesetz scheren, wenn Ringelpiez mit Anfassen so schön sein kann? 
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Warum den beschwerlichen Weg der Mahnung und Rechtleitung einschlagen und die Ermahnten auf diesem für sie gewiß nicht einfachen Weg recht leiten und in Geduld begleiten, wenn man sich einfach dorthin dazustellen kann, wo sich diese gerade befinden? Was allzu oft als "pastorale Barmherzigkeit" verkauft wird, scheint mir zunehmend die Bequemlichkeit zu sein, sich selbst und andere dem Anspruch des Evangeliums zu entziehen, wo dieses allzu unzeitgemäß scheint. Lieber macht man sich mit jeder Teufelei gemein, als die Teufel auszutreiben.
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Die mit überwältigender Mehrheit als Empfehlung ummäntelten Forderungen - die rund dreihundert Delegierten sollen immerhin die Erzdiözese repräsentieren - sind überdies ein Armutzeugnis für Verkündigung und Katechese jüngerer Zeit in einer "Kirche von Freiburg", die es offenbar aufgegeben hat, Salz der Erde zu sein.
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Wäre es zum Beispiel vor 30 Jahren noch kaum vorstellbar gewesen, daß sich eine katholische Kirchenversammlung Punkte der schwul-lesbischen Agenda zu eigen macht, so wird dem heute (nicht zuletzt, da uns Schwule und Lesben beständig ihre heile und bunte Welt vorgegaukeln) Tür und Tor aufgetan. Was wird eine Diözesanversammlung in 30 Jahren fordern? Wie weit wird man in Zukunft gesellschaftlichen Trends nachhecheln? Die Akzeptanz von einvernehmlichem Sex zwischen Erwachsenen und Kindern? Auch hier sind Lobby- und Pressuregroups aktiv, die uns solches per Salamitaktik schmackhaft machen wollen - etwa durch eine zunehmend pädagogisch ummäntelte Sexualisierung selbst von Kleinkindern ... stünde es Christen nicht an, unter den Vorzeichen von Entklemmung und Enttabuisierung alsbald entsprechende Lebensentwürfe vorurteilsfrei und offen zu akzeptieren und ihnen Platz zu schaffen in der Mitte der Kirche?
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Interessant zuletzt, was wohl kaum Thema war: Wie etwa soll sich die Kirche in Zukunft zum Thema Abtreibung deutlich positionieren? Davon habe ich nirgendwo etwas gehört und gelesen. War aber vielleicht auch besser, daß dies mutmaßlich nicht zur Disposition bzw. auf der Tagesordnung stand ...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wie heißt es schon Mk 16,15 (WIMRE): Bringt das Evangelium zu allen Menschen, biegt es bis an die Enden der Erde, oder wie es neulich im Liturgiekreis hieß: "Was da im Evangelium steht, passt nicht zu meinem Leben. Da muss Jesus sich geirrt haben".

Da hört und staunt
Friedlon