Mittwoch, 3. April 2013

Drei Fragen, ein Postulat und die Konsequenz

Hat die Kirche nicht mit weiser Absicht den Schleier der Kultsprache über die Liturgie gebreitet, weil eben das Mysterium nicht im grellen Licht des Alltags stehen soll?
Ist es deshalb nötig, daß alle Texte verdeutscht werden, alle Riten bis ins letzte sichtbar sind?
Geht damit nicht etwas unersetzliches, eben der Schimmer der Heiligkeit, den das Volk mehr schätzt als Verständlichkeit bis ins letzte, verloren?
Die sicher sehr gute Absicht, das Volk zur aktiven Teilnahme an der Liturgie zurückzuführen, darf nicht zur demokratischen Gleichmacherei ausarten. Die Hierarchie, d. h. die heilige Ordnung und Würdenabstufung der Werte, muß auch in der Liturgie beibehalten werden. 
Dadurch entsteht erst die wahre Gemeinschaft der Ekklesia, daß jeder Stand dem anderen von seinem Besitze mitgibt. Gemeinschaft besteht nicht darin, das jeder das gleiche hat, sondern daß der eine dem anderen von seiner Fülle schenkt.
Odo Casel OSB: Das christliche Kultmysterium. Regensburg (2) 1935. S. 92 f.

1 Kommentar:

Eugenie Roth hat gesagt…

Ok, du gehst lieber ein eine Heilige Messe, die auf deutsch gefeiert wird, weil du da verstehst - sagst du.
Verstehst du, wie aus Brot der Leib Christi und aus Wein das Blut Christi wird?
Da hilft dir die deutsche Sprache ebensowenig wie mir.
Das Lateinische aber hebt die Heiligkeit der Handlung hervor.