Freitag, 29. März 2013

Zum Gedächtnis an Odo Casel

Wenn wir wahre Steine zum Aufbau
der Kirche sind, 
haben wir die Sicherheit,
daß wir dem himmlischen Jerusalem
angehören werden,
jener ewigen Gottesstadt,
jener Lichtstadt,
die Gott selbst gründet und erbaut.
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Odo Casel OSB
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Zum Todestag von Odo Casel hatte ich mir vorgenommen, etwas über diesen Benediktiner zu schreiben, der seit geraumer Zeit zu jenen Glaubenszeugen der jüngeren Vergangenheit gehört, die mich geistlich am meisten prägen. Soweit der Vorsatz.
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Jetzt ist das mit Vorsätzen so eine Sache - vor allem, wenn es bereits an der Vorbereitung zur Durchführung hapert. Wann war doch noch dieser Todestag? Ich wußte, daß Casel zusammenbrach, als er während der Osternacht 1948 zum Gesang des Exsultet ansetzen wollte, und am Ostermorgen starb. Gestern Abend nun, zurück vom Abendmahlsamt bei den Benediktinerinnen von der hl. Lioba (hier, wieder sehr der Höhe des Tages angemessen), blätterte ich endlich näher nach, um mir Gewißheit zu verschaffen ... nun denn, der Ostertermin lag 1948 offenbar ähnlich früh wie in diesem Jahr: Casel Todestag jährte sich am gestrigen Gründonnerstag zum 65. Mal.
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So sollen zumindest diese wenigen Zeilen - der ein und andere Gedanke wird in absehbarer Zeit noch folgen - heute an Odo Casel erinnern. Es mag etwas übertrieben daher kommen, aber irgendwie halte ich es nicht für eine bloß zufällige Fügung, daß mir das Thema nach der Liturgie gestern Abend nochmals in den Sinn gekommen ist, ehe es ganz spurlos an mir vorbei gegangen wäre.

Casels Todesgedächtnis trifft auch in diesem Jahr mit dem Triduum Sacrum zusammen. Wenn es einen "schönen Tod" gibt - dann doch wohl ein Sterben, das nach einem Leben, welches sich so sehr diesem Thema zugewandt hatte, dann eintreten durfte in die Stunden der großen Pascha-Feier des Kyrios ... Pax et vita tecum, mystagoge atque pater!

Kommentare:

Simplicius hat gesagt…

Mal wieder vielen Dank für diesen und alle Beiträge.

Feierten die deutschen Benediktiner bereits 1948 die Osternacht zu späterer als allgemein üblichen Stunde? Ich weiß, dass es bereits vor 1955 Ausnahmeregelungen gab, aber nicht, wie früh man damit anfing.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

1948 wurde die Osternacht gewöhnlich noch - ziemlich sinnfrei angesichts der Texte - am Morgen des Karsamstages gefeiert (und mit einer Vesper angeschlossen), überwiegend in leeren Kirchen. Am späten Nachmittags gab es deswegen eine zusätzliche Auferstehungsfeier, in den alten Gesangbüchern der Diözesen findet sich das oft noch entsprechend wiedergegeben - am 9. Februar 1951 wurde aber die Osternacht als echte Vigilfeier seitens der Ritenkongregation restauriert. Casel feierte bereits zuvor in diesem Sinn die Osternacht; ich gehe davon aus, daß er sich eine Spezialgenehmigung dafür geholt hatte (ohne wäre das damals ziemlich undenkbar gewesen).

Simplicius hat gesagt…

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!