Montag, 18. März 2013

Worte des heiligen Cyrill von Jerusalem

... Hierauf wurdet ihr zum heiligen Bade der göttlichen Taufe geführt, wie Christus vom Kreuze weg zu dem in der Nähe gelegenen Grabe gebracht wurde. Und jeder einzelne wurde gefragt, ob er an den Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes glaube. Jeder legte das heilsame Bekenntnis ab und tauchte dreimal in das Wasser unter und wieder auf, hierdurch das dreitägige Begräbnis Christi sinnbildlich andeutend. Wie nämlich unser Heiland drei Tage und drei Nächte im Schoße der Erde verbrachte, so stiegt ihr das erste Mal empor, um den ersten Tag Christi unter der Erde anzudeuten, und tauchtet unter, um die Nacht darzustellen. Wie man nämlich bei Nacht nicht mehr sieht, bei Tag aber im Lichte wandelt, so saht ihr beim Untertauchen nichts wie bei Nacht, während es euch beim Emporsteigen Tag wurde. Im gleichen Augenblick starbt ihr und wurdet ihr geboren; jenes heilsame Wasser wurde für euch zugleich Grab und Mutter. Was Salomon bei anderer Gelegenheit gesagt hat, mag für euch passen. Er sagte dereinst: "Eine Zeit des Gebärens und eine Zeit des Sterbens" (Pred 3, 2). Bei euch heißt es allerdings umgekehrt: eine Zeit des Sterbens und eine Zeit des Geborenwerdens. Eine einzige Zeit wirkt das eine wie das andere: zugleich mit eurem Tode erfolgte eure Geburt ...
Cyrill von Jerusalem: 2. Mystagogische Katechese (Über die Taufe) in: Des heiligen Cyrillus Bischofs von Jerusalem Katechesen. BdK 1. Reihe, Band 41. Kempten / München 1922. S. 370.

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