Freitag, 22. März 2013

Gedächtnis der Sieben Schmerzen Unserer Lieben Frau

Maria als Schmerzensmutter -
Pfarrkirche Christkönig, Titisee
Ehe die betende Kirche die Schwelle der Heiligen Woche überschreitet, gedenkt sie besonders der Mutter des Herrn - heute, am Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens. Der hl. Johannes von Damaskus schreibt mit Blick auf die schmerzvollsten Stunden Unserer Lieben Frau (Darlegung des orthodoxen Glaubens IV, 14):
Diese selige Jungfrau, der übernatürlichen Gaben gewürdigt, erduldete die Wehen, denen sie bei der Geburt entging, zur Zeit des Leidens, als sie im mütterlichen Mitleiden die Zerfleischung ihres Herzens erlitt. Als sie sah, wie der, den sie bei der Geburt als Gott erkannt hatte, wie ein Übeltäter vernichtet wurde, da wurde sie in ihrem Geist wie von einem Schwert zerfleischt. Und das ist die Prophezeiung: "Deine Seele wird ein Schwert durchdringen" (Lk 2, 35).
Das Bild von den "Wehen" mag gewagt scheinen, aber gebiert die neue Eva nicht ihre Kinder, die im Pneuma zur Ekklesia vereint werden sollen, nicht in der Tat unter dem Kreuz, als der im Tod erhöhte Kyrios ihr den Jünger als Sohn anvertraut und dem Jünger eine Mutter gibt: "Frau, siehe da deinen Sohn!" (Joh 19, 27)? Und gelten nicht auch uns ihre Tränen? Dürfen wir nicht immer wieder zu ihr kommen mitsamt der Armseligkeit des begnadeten Geschöpfs, das diese Begnadung durch Schuld und Sünde so oft verdunkelt und Gefahr läuft, sie zu verspielen? Hält sie uns nicht so weit wie möglich fest, wenn wir zurückfallen zur Welt? Und ist die Liebe zu ihr nicht ein Zeichen der Liebe zu dem, den sie geboren hat, unter dessen Kreuz sie gestanden ist und dessen Auferstehung sie mit Freude schauen durfte? Am Karfreitagmorgen betet die Ostkirche:
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Deine Mutter, Christus,
die im Fleisch ohne Samen dich gebar,
die Jungfrau in Wahrheit ist
und auch nach der Geburt unversehrt blieb,
sie stellen wir als Fürsprecherin vor dich hin,
Gebieter, Erbarmungsreicher,
der Verfehlungen Vergebung
stets denen zu gewähren,
die zu dir schreien: Gedenke unser,
Retter, in deinem Reich!
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Sticheron (Hymnenstrophe) im Triodion der Fastenzeit

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