Sonntag, 3. Februar 2013

Schmücke dein Brautgemach

Adorna thalamum tuum, Sion,
et suscipe regem Christum:
amplectere Mariam,
quæ est cælestis porta:
ipsa enim portat
Regem gloriæ novi luminis:
subsistit virgo, adducens manibus
Filium ante luciferum genitum:
quem accipiens Simeon 
in ulnas suas,
prædicavit populis,
Dominum eum esse vitæ et mortis
et Salvatorem mundi.
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Schmücke dein Brautgemach, Sion,
und empfange Christus, den König.
Umfange Maria,
sie ist die Pforte des Himmels,
sie, die trägt
den König der Herrlichkeit neuen Lichtes.
Es beharrt die Jungfrau und führt herauf in ihren Händen
den Sohn, gezeugt vor dem Morgenstern.
Ihn nimmt Simeon
in seine Arme
und kündet den Völkern,
daß dieser der Herr ist in Leben und Tod
und Heiland der Welt.
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Der Prozessionsgesang zum gestrigen Fest der Darstellung des Herrn entstammt ursprünglich der orientalischen Liturgie; unschwer ist darin das Festlied zum Vorabend des Hagiopoliten Kosmas zu erkennen:
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Schmücke dein Brautgemach, Sion,
und empfange Christus, den König!
Begrüße Maria, die himmlische Pforte!
Denn sie hat sich erwiesen als Cherubim-Thron,
da sie den König der Herrlichkeit in Händen hält.
Eine Lichtwolke ist die Jungfrau,
welche den Sohn, gezeugt vor dem Morgenstern
und nun im Fleische lebend, trägt.
Als Simeon ihn auf seine Arme nahm,
verkündete er den Völkern,
daß er der Herr über Leben und Tod sei
und der Erlöser des Kosmos.
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In der Feier des Festmysteriums, das als Mysterium unsere von Zeitenfolgen geprägte Wahrnehmung übersteigt, schauen wir das himmlische Jerusalem. Einer Hochzeit gilt es dort das Brautgemach zu schmücken: Die Ekklesia, deren Makel der Kyrios in der Mysterienfeier am Fest der Taufe des Herrn abgewaschen hat, wie die betende Kirche gemeinsam mit den Vätern bekennt (vgl. auch hier), zeigt sich uns wiederum als Braut, vorgebildet in der Jungfrau-Mutter Maria. 
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Zu dieser Ekklesia gehören auch wir. Der Ruf an uns lautet, uns immer mehr dieser Brautschaft der Ekklesia einzuverwandeln, indem wir am Erlösungswerk Anteil nehmen und uns heiligen lassen. 
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Der hl. Methodios von Olympos führt den Gedanken von der Hochzeit zwischen Christus und der Ekklesia und der bereitenden Heiligung des einzelnen Christen in einem sehr organischen Bild zusammen:
Die Seelen, die gekräftigt sind und schon inniger die Wahrheit umfangen, sterben wegen ihrer Vollkommenheit in Reinheit und Glauben dem Begehren des Fleisches ab und werden zur Kirche und Gehilfin Christi, wie der Apostel sagt (2 Kor 11, 2) ihm verlobt und vermählt, damit sie den reinen und fruchtbringenden Samen der Lehre empfangen und als Helferinnen mitwirken an der Verkündigung zur Rettung der anderen.
Die aber noch unvollkommen sind und erst Anfänger in der Lehre, werden von den Vollendeten wie von Müttern im Schoß getragen und gestaltet, bis sie bei der Niederkunft geboren werden zur Größe und Schönheit der Tugend ... (Gastmahl 3, 8).
Die Brautschaft der Ekklesia wird immer wieder mit der Aufforderung nach Bereitung und Heiligung in Verbindung gebracht. Der Prozessionsgesang Adorna thalamum beginnt mit einem Ruf - auch hier rückt die Ekklesia ins Bild - an das himmlische Jerusalem, das Brautgemach herzurichten: zu schmücken. Für seine Braut unterzieht sich der Kyrios im Wasser des Jordan der Taufe des Johannes "zur Vergebung der Sünden" (Mk 1, 4). Auch der alte Lichtmeß-Festtitel "Mariä Reinigung" beleuchtet diesen Aspekt heiligender Bereitung, denn ebenso wenig wie Christus der Taufe des Johannes bedurfte, so wenig bedarf Maria jener Reinigung, wie sie das Gesetz des Mose vorschreibt. Im Mysterium aber tritt uns in Maria die Ekklesia entgegen, welche bis zur Fülle der Zeit in ihren irdischen Gliedern stets der Reinigung bedarf. 
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Dieser Prozess beginnt bei jedem einzelnen von uns: Jede Reue, jedes Seufzen, jede Beichte angesichts unserer Schwachheit wird so zu einem Baustein zur Vollendung des Reiches Gottes in der Ekklesia, wie auch der lautere Empfang jedes anderen Sakramentes - und mit jedem frohen Gotteslob helfen wir mit das Brautgemach zu schmücken.
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Schmücke dein Brautgemach, Sion,
und empfange Christus, den König.
Umfange Maria,
sie ist die Pforte des Himmels,
sie, die trägt
den König der Herrlichkeit neuen Lichtes.
Es beharrt die Jungfrau und führt herauf in ihren Händen
den Sohn, gezeugt vor dem Morgenstern.
Ihn nimmt Simeon
in seine Arme
und kündet den Völkern,
daß dieser der Herr ist in Leben und Tod
und Heiland der Welt.

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