Freitag, 15. Februar 2013

Nicht enttäuscht

Manducaverunt
et saturati sunt nimis,
et desiderium eorum attulit eis Dominus:
non sunt fraudati a desiderio suo.
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Sie haben gegessen
und wurden reich gesättigt,
ihr Verlangen hat der Herr gestillt.
Sie wurden nicht enttäuscht in ihrem Verlangen. 
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Das Manna in der Wüste
Hochaltar St. Martin zu Freiburg
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Ein Blick nochmals zurück in die Vorfastenzeit und auf die Antiphona ad Communionem (Ps 77, 29-30 Vulg.des Sonntags Quinquagesima - inhaltlich und musikalisch, wie ich meine, ein wunderbarer Kommuniongesang
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Der Text verweist auf den 77. Psalm, der einerseits das Mysterium der hl. Eucharistie vorausdeutet, indem er an die die Speisung Israels mit dem Manna in der Wüste erinnert, von der im Buch Exodus berichtet wird: 
Die Israeliten sahen es und sprachen zueinander: "Was ist das?" Denn sie wußten nicht, was es war. Da sprach Moses zu ihnen: "Dies ist das Brot, das euch der Herr zu essen gibt" (Ex 15, 16).
Was wir im Bild schauen, das erfüllt sich in der Verheißung des Herrn, der von sich sagt, er sei das lebendige Brot, das ... 
... vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt (Joh 6, 51).
Zugleich kann dieser Psalm ein Begleiter sein durch die Quadragesima auf Ostern zu, schildert er doch das Urbild des Pascha, den Auszug aus Ägypten, und die vierzig Jahre der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste bis hin zur Begründung Jerusalems als der heiligen Stadt. Über zwei Nocturnen verteilt betet die Kirche diesen Psalm in der Matutin an den Freitagen des Jahres im Breviarium Romanum; den letzten Abschnitt umrahmt eine Antiphon mit den Worten "Es gründete Gott seine Feste der Heiligung auf der Erde" (Ædificavit Deus santificium suum in terra): die Kirche - die uns nun durch die vierzig Tage der Fastenzeit und damit in und durch das große Pascha des Kyrios führt.
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Gerade in den Wüstenpassagen unserer Pilgerschaft, die uns in der Quadragesima besonders gegenwärtig gesetzt werden und denen wir uns aussetzen sollen, stärkt uns der Herr und will - trotz unserer Widerspenstigkeit - sein Heilswerk an uns vollenden. Trifft das Volk Israel auch immer wieder die strafende Hand des Herrn, so bleibt sie umso mehr in allem stets deutlich helfend ausgestreckt, da das "Land der Verheißung" nunmehr weit über eine bloß in der Zeit verwurzelte und mithin irdische Realität hinausreicht. Vielmehr geht es für uns sozusagen "ums Ganze", um eine - die Ewigkeit umfassende - Vollendung von Mensch und aller anderen Schöpfung, die zu erreichen der Mensch immer wieder angewiesen auf das Erbarmen und die Hilfe Gottes.
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Dessen Heilszusage hat sich im Kyrios Christus unabänderlich entäußert! Für jene, die ihn suchen, gilt das Wort non sunt fraudati a desiderio suo: Sie wurden und werden nicht enttäuscht in ihrem Verlangen.

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