Donnerstag, 7. Februar 2013

Einwurf ... Kniefälliges und Widerständiges

Dieser Tage las ich irgendwo - einmal mehr - eine etwas polemische Einlassung zur Frage, ob man in der Messe knien solle oder müsse. "Müssen", sage ich mal, muß der Mensch da garnichts, es sei denn, er wird vom Mysterium, an dem er Anteil hat, auf die Knie geführt.
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Natürlich aber stimmt das Argument, die heute (noch) übliche Praxis, während des Hochgebetes niederzuknien, habe sich erst im zweiten nachchristlichen Jahrtausend ausgebildet, weswegen sogar der ehrwürdige Canon Romanus - das erste Hochgebet - den Circumstantes, den "Umherstehenden" das Wort rede.
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Ein feiner, aber wichtiger Unterschied scheint darin zu liegen, daß die Christen früher bei der Eucharistie fest im Glauben standen, derweil so mancher Christ heute im Zweifel steht. Oder im Unglauben.

1 Kommentar:

Gabriele hat gesagt…

Ich seh's ganz pragmatisch (wie so oft): grade für den NO, bei dem man ja angeblich auch sehen soll, was am Altar vor sich geht, wärs wichtig, dass alle knien. Ulkigerweise scheinen die Größenunterschiede bei knienden Menschen nicht so gravierend zu sein wie bei stehenden. Wenn ich knie und mein Vordermann steht, sehe ich die elevierte Hostie auf jeden Fall nicht und nicht nur die nicht, sondern gar nichts als den Allerwertesten meines Vordermannes. Stehen wir beide und der ist größer als ich, sehe ich halt seinen Rücken (eben jenen Körperteil, den zu zeigen beim Priester angeblich eine Beleidigung des Gottesvolkes darstellt). Knien aber alle, dann gibts eigentlich kein Problem. Die die nicht knieen können, könnten ja alternativ sitzen... zwar nicht schön, aber rücksichtsvoll. Die "Umherstehenden" gab es vermutlich, als es noch keine Kirchenbänke (Schulbänke) gab, die Messe also noch nicht in die ständig wachsende Tendenz des ständigen Informierens und Unterrichtens geraten war...;). Dann konnte man locker und nicht in Reihen herum- oder umherstehen, - knien, - liegen - je nach Bedarf.