Dienstag, 26. Februar 2013

Dreck

Eine "Blütenlese" wird man die folgende Ansammlung einiger Zitate aus einer DRadio Kultur-Reportage (hier), die heute über den Äther schwappte, nicht gerade nennen wollen:
Die Verkündigung des Amtsverzichts sorgte schlagartig für neues Interesse bei den Bürgern. Und für Wohlwollen: Dem Papst, der keiner zum Anfassen war, schlug mit einem Mal eine Welle von Sympathie entgegen, an der es acht lange Jahre gefehlt hatte.
Die katholische Kirche scheint nach acht Ratzingerjahren geschwächt, zerstritten, von Skandalen erschüttert und erschrocken ...
Viele Beobachter sprechen von einer Zeitenwende in der Katholischen Kirche, die nach acht langen Jahren die Chance hat, die konservative Politik des Vatikans, die der Kirche viele Gläubige, und viel Nachwuchs bei Priestern und Nonnen gekostet hat, zu erneuern ...
Die endlose Skandalgeschichte um die vatikanischen Finanzen war auch einer der Gründe für das Ende von Joseph Ratzinger ...
Daraus ziehen Beobachter den Schluss, hohe Prälaten im Vatikan würden wegen homosexueller Verfehlungen und illegaler Geldgeschäfte erpresst. Einer der Hauptgründe für den Rücktritt des jetzigen Papstes. Der Vatikan ist außer Kontrolle geraten ...
Nur darin sind sich die allermeisten einig: Schnell muss es gehen. Jeder neue Tag ohne klare Führung könnte neue peinliche Enthüllungen über die Missstände im Vatikan bringen ...
Der Report ist geradezu ein Musterbeispiel dafür, 
wie aus 
Geschichtsklitterung plus 
geschickter Kombination von
Tatsachen, 
Unterstellungen, 
Halbwahrheiten und 
kompletten Fehlinformationen,
unter Anwendung 
rhetorischer Taschenspielertricks 
und entsprechend eingespielter Schlußfolgerungen 
ein Bild der Kirche 
gezeichnet werden kann, das vor allem eines ist: 
.
Eine Lüge. 
.
Das nennt sich heute in Deutschland "Journalismus". Ich nenne es Dreck.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

... ein Bild der Kirche
gezeichnet werden kann, das vor allem eines ist:
Eine Lüge.


Nein, das ist keine Lüge, weil das die innerste, ehrliche Überzeugung der Menschen ist. Es ist das Bild, das die Menschen von der römisch-katholischen Kirche haben und die Kirche tut nichts wirksames, um dieses Bild zu korrigieren oder gar zu verbessern, ausser wie Sie zu sagen "Das ist eine Lüge!".
Aber das glaubt niemand mehr; zu oft wurde verschwiegen, vertuscht, gemauschelt und getrickst. Die Öffentlichkeitsarbeit der katholischen Kirche ist eine durchgehende Katastrophe und wirklich nicht vorhanden. Und das wird so bleiben. Und das Ansehen der Kirche in der Öffentlichkeit wird noch weiter und weiter abnehmen. Es muss alles noch viel schlechter werden, bevor sich jemand darauf besinnt, dass man es besser machen muss und endlich mit einer vernünftigen Öffentlichkeitsarbeit beginnt.
Fragt sich, was dann noch von der katholischen Kirche übrig ist. Die haben wegen so einer katastrophalen Reaktion auf die Hinweise zu gravierenden Missständen in der Kirche schon einmal völlig falsch reagiert. Prompt ist ihnen der Laden um die Ohren geflogen und als sich der Pulverdampf verzogen hatte, war die Hälfte des Ladens weg. Wenn wir nicht aufpassen, ist die Kirche in ein paar Donnerstagen alles andere, nur nicht mehr katholisch im Sinne von "allumfassend" und "für alle".

Pro Spe Salutis hat gesagt…

> "Nein, das ist keine Lüge, weil das die innerste, ehrliche Überzeugung der Menschen ist".

Sie meinen die von unseren wahrheitsliebend-quotengeilen Medien geförderte "innerste, ehrliche Überzeugung der Menschen"?

Und selbst, wenn dem nicht so sein sollte ... die Wahrheit einer Sache hängt nicht davon ab, wovon Menschen überzeugt sind, und sei dies noch so innerst oder ehrlich (oder aufgrund der Medien verinnerlicht).

Wenn Sie die Kirche nur unter dem Aspekt geballter menschlicher Unzulänglichkeit (die gibt es), diverser Macken und Fehler und sündhafter Verstrickungen (die der Heilige Vater selbst beklagt hat) betrachten können, dann tun Sie mir erestens leid und zweitens möchte ich sie ermuntern, sich einen anderen Gegenstand des Interesses zu suchen.

Gegen Mißstände, das aber nur am Rande, hilft übrigens auch keine bessere "Öffentlichkeitsarbeit" ...

Anonym hat gesagt…

Sie wollen nach dem Anspruch der Kirche auf absolute Wahreit beurteilt werden? Das kann kein Mensch. Alle Religionen werden von Menschen gelebt und von Sündern als Sünder und nicht nach Anspruch beurteilt.
Wir beurteilen andere (zum Beispiel den Islam) ja auch nicht nach dem was sie wollen, sondern nach dem was sie tun.
Weshalb sollten die, die die katholische Kirche beschreiben, das anders tun?
Sie shen, Ihr Mitleid mit mir ist völlig unnötig. Weil Sie nichts anders tun, als das, was andere mit der Kirche tun. Sie an ihren Taten erkennen.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Fassen wir zusammen: Die Kirche ist ihrer Meinung nach offenbar in erster Linie ein Drecksstall und Sie halten die Medien für glaubwürdiger als die Kirche.

Tut mir leid: Sie tun mir leid.

Anonym hat gesagt…

Die Kirche ist von Menschen gemacht; alle die in der Kirche sind, sind Sünder. Ebenso die Medien.

Die generelle Bezeichnung "Drecksstall" finde ich falsch; sowohl für die Kirche, als auch für die Medien, auch wenn einzelne Gebiete von beiden manchmal zum Verzweifeln einem Augiasstall ähnlich sehen.

Diese ganzen Generalisierungen sind von Übel. Weder ist die Kirche von Grund auf böse und von Übel, noch sind alle Medien "linkslinksgrünrotfaschistische Mainstreammedien". Oder kennen Sie den L'Osservatore Romano und die Zeitschrift des Civitas-Institutes (goooooogle) nicht?

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Nein, die Kirche ist nicht von Menschen gemacht. Zumindest nicht nur.

Differenzieren? Gute Idee! Machen wirs mal: Neben der streitenden (und in der Tat möchte man manchmal sagen: herummurksenden) Kirche in dieser Zeit gibt es auch die triumphierende Kirche des Himmels und die leidende Kirche in der Phase der Läuterung. Zudem realisiert sich die Kirche auch auf der Erde in ihren guten Gliedern als Gemeinschaft der Heiligen und als verfolgte Kirche in denen, die ob ihres Glaubens Leiden auf sich nehmen.

Die deutsche Ausgabe des OR finde ich übrigens etwas dröge. Das Civitas-Heft ist mir nicht bekannt. Aber klar, "die" Medien gibt es nicht. Bestimmte Debatten machen allerdings eine Vereinfachung notwendig.

Anonym hat gesagt…

Völlig d'Accord!

http://civitas-institut.de/index.php?option=com_rokdownloads&view=file&Itemid=38&id=28:civitas-heft-16-2013

Echt katholisch! Garantiert!
(besonders interessant ist Pater Schmidbergers Artikel zu den Grundsätzen einer christlichen Gesellschaftsordnung in Heft 1 aus 2007)