Freitag, 22. Februar 2013

Auf dem Stuhl der Älteren soll man ihn loben

Petrus heilt am Tor des Tempels einen von Geburt
an Gelähmten (vgl. Apg 3, 1 f.) - Deckenbild in der
Pfarrkirche St. Peter zu Endingen am Kaiserstuhl
Die traditionellen deutschen Festtitel des heutigen Tages fand ich stets etwas sonderlich - "Thronfest des hl. Apostels Petrus" ... mitunter findet sich auch das Wort von der "Stuhlfeier", was ebenso tiefstapelnd klingt wie ersterer etwas hochgestochen. Gemeint ist die Cathedra, die der heilige Petrus zuerst zu Antiochia und später in Rom bestiegen hatte; ein Zeichen der Berufung, für die Kirche Sorge zu tragen in Wort und Tat, damit sie wachse im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe: 
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"Du bist Petrus. Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen" (Mt 16, 18), so beglaubigt Christus das Bekenntnis des Apostels, daß der Kyrios der Sohn des lebendigen Gottes sei. Danach, im Angesicht der Passion, weiß Jesus zwar, daß Petrus ihn verleugnen wird, und dennoch ist es Petrus, dem die Sorge für die Jüngerschaft anvertraut wird: "Ich habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht wanke. Wenn du zu mir zurückgekehrt sein wirst, dann stärke deine Brüder!" (Lk 22, 32). Der auferstandene Kyrios faßt zuletzt Berufung und Auftrag des Petrus prägnant zusammen: "Weide meine Schafe!" (Joh 21, 17).
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Wir sehen also ein Fundament gelegt, auf dem die Kirche gebaut ist und ruht, und wir sehen einen Hirten, den der Herr bestellt, damit er die Herde durch die Zeit seiner Abwesenheit führe und sie hege und stärke: Petrus. Dieses Fundament muß tragen und wird tragen, bis der Kyrios wiederkommt, wie er es versprochen hat. Denn versprochen ist auch: "Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen" (Mt 16, 18).
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Im Bild der Cathedra des Petrus nehmen diese Verheißungen Gestalt an. Von daher feiern wir heute nicht in erster Linie das Gedächtnis einer "Thronbesteigung" oder gar die Existenz eines "Heiligen Stuhls", sondern wir feiern das Mysterium der Kirche unter dem besonderen Blick auf die Berufung des Petrus, der die Herde Christi durch die Zeit führt, lehrt und heiligt. Von daher verstehen sich auch die Worte des hl. Augustinus in den Lesungen der zweiten Nachtstunde im Verlauf der Matutin:
Den Petrus also ernannte der Herr zum Fundament der Kirche; und deshalb ehrt die Kirche dieses Fundament mit Recht, über dem sich die Höhe des Kirchenbaues erhebt. Deshalb sagt ganz passend der Psalm, der gelesen worden ist: "Man soll ihn rühmen da, wo sich das Volk versammelt, und auf dem Stuhl der Älteren soll man ihn loben". Gepriesen sei Gott, der es angeordnet hat, daß der heilige Petrus gerühmt wird da, wo Volk versammelt ist; denn es gehört sich, daß ein solches Fundament in der Kirche geehrt wird, durch das uns der Aufstieg zum Himmel ermöglicht wird.
Wenn also heute das Fest des Thrones begangen wird, wird dadurch das priesterliche Amt geehrt.
Diese Tage legen es nahe, daß wir in Dankbarkeit für Benedikt XVI. beten und für jenen Nachfolger, an den die Berufung des Petrus als nächsten ergehen wird; die heiligen Apostel Petrus und Paulus mögen mit ihrer Fürsprache dieses Gebet vor den Kyrios der Kirche tragen helfen.

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