Freitag, 11. Januar 2013

Von grünen Basilisken, grünen Bahnen und grollenden GrünInnen

Basler Bahnen wollen weiter grünen!
Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) stehen, so las meinereiner jüngst, "aktuell vor der größten Fahrzeugbeschaffung ihrer Geschichte: Dies ist eine historische Chance, ein Grün für die nahezu gesamte BVB-Tramflotte zu definieren". 
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Das klingt zuerst einmal nach einem Problem, von dem Bahngesellschaften hierzulande mutmaßlich träumen. So manche Zeitgenossen in unseren Breiten kriegen beim Thema Grün allerdings wahlweise Albträume oder das große Kotzen. Das Basler Grün kann da freilich nichts für, denn es rührt vom Basilisken, einem biblisch gewürdigten Minimonster, und der Basilisk ist in Basel aus Tradition grün. Basilisk, grün, Monster, grün - geradezu prophetisch, diese Kombination! Tanti Auguri ...!
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Ich hoffe nur, die Basler ... die Farbe wird, man ist ja in der Schweiz, per Abstimmung ermittelt; wer zufällig in der aktuell herumkurvenden Farbwahlbahn sitzt und ein Smartphone in der Tasche hat, kann etwa direkt mittels QR-Code mitmischen ... also ich hoffe, die Basler entscheiden sich für - oder, wie das heute so schön heißt: "definieren" - das richtige Grün. Sonst könnte am Ende Streß draus grünen mit den hiesigen GrünInnen, denn die können bei Identitätsgrusel rasch ein schiefes Maul ziehen und Justitia auf den Plan rufen: Toleranz in sehr eigenwilliger Graduierung war diesem Volk ja immer schon eigen.
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Glaubt jetzt keiner? Ist aber so. Nachdem sich, nur ein Beispiel, vor geraumer Zeit von den einen Freiburger GrünInnen einige andere Freiburger GrünInnen separiert hatten, weil die herkömmlichen GrünInnen den separatistischen GrünInnen nicht mehr grünInig genug waren, waren die herkömmlichen GrünInnen den separatischen GrünInnen überhaupt nicht mehr grün. Diese Zeitgenossen verfügen nämlich allsamt über ein einmaliges specificum: Sie können grün anlaufen, ohne daß irgendwas im grünen Bereich bleibt. 
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Wird also grün draufgepinselt, dann dürfen, obacht! nur herkömmliche GrünInnen drin sein - wer sich alternativgrün (oder so) nennen mag, soll das nicht tun dürfen, ohne daß die anderen zumindest greinen oder grollen oder gar bei Gerichte grasen. Herkömmliche GrünInnen glauben nämlich, ein Monopol auf Grün zu haben, und das scheint nicht allein in Freiburg, sondern auch andernorts der Fall. Daher sollte man gar Vorsicht walten lassen, ehe man Straßenbahnen begrünt.
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Nun gebe ich zu, daß mir und meinereiner vor den herkömmlichen GrünInnen kaum minder graut wie vor den separat-alternativen GrünInnennamgrapschern. Sollte ich die BVB nicht besser warnen?

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

Heißt das nicht DER BVB und ist der nicht Gelb/Schwarz? *duckundwechrenn*

Pro Spe Salutis hat gesagt…

"... und, geliebte Brüder, ist die Wahrheit nicht auf dem Platz, immer neu gezeugt aus der Bewegung der zweiundzwanzig dahin Entsandten, umfriedet von den Richtern an den Linien, gehütet vom Richter aller zeugenden Bewegung, in den Toren dieser himmlischen Wiese ebenso gehalten wie diesen ausgeliefert?"

(aus der mystagogischen Katechese des Borussius von Dortmund)