Montag, 14. Januar 2013

Rex absconditus

Alleluia. Alleluia.
Vere 
tu es rex absconditus,
Deus Israel Salvator.
Alleluia.
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Alleluia. Alleluia.
Fürwahr,
du bist ein verborgener König,
du Gott Israels, Erlöser.
Alleluia.
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(aus der Messe zum Fest der Heiligen Familie)
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Man könnte zeitweilig jener Anfechtung erliegen, die in der Frage liegt, warum Gott in Christus nicht viel sichtbarer, deutlicher, sozusagen "affektiv überzeugender" Mensch geworden ist. Er aber zeigt sich uns als rex absconditus, mithin als deus absconditus, als der verborgene Gott. Es ist vielleicht ein Spiegel der Größe und des Elendes des Menschen, daß Gott einerseits unsere Natur bis in den Tod hinein teilt und wir ihn andererseits gerade deswegen so oft nicht erkennen. Vielleicht, weil wir uns selbst oft fremd sind?
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Romano Guardini hat ein betrachtenswertes Büchlein verfasst, welches den Titel Theologische Gebete trägt. Ein Gebet ist mit Die Urschuld überschrieben. Darin heißt es am Ende:
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... Nun hast Du uns gelehrt,
die Wahrheit zu sehen,
und darin hat schon neues Leben begonnen.
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Laß mich immer tiefer verstehen,
was ich bin, aber auch, wer Du bist, 
Du Gott der Liebe.
Wecke in mir den Ernst, der im Glauben belehrt ist,
und die Zuversicht, die auf Deine Gnade vertraut.
Amen.

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