Samstag, 26. Januar 2013

Non blasphemetur - eine Mahnung des hl. Polykarp

Der hl. Polykarp von Smyrna, dessen Fest heute in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gefeiert wurde, zählt zu den apostolischen Vätern und mithin zu jener Gruppe der Kirchenväter, deren Lebensdaten noch nahe an denen der Apostel lagen. Polykarp gab als Bischof von Smyrna (dem heutigen Izmir) mit 86 Jahren sein Leben für Christus etwa um das 155 hin. Erhalten ist sein Brief an die Gemeinde von Philippi. Ich habe mir den bei der Bibliothek der Kirchenväter heruntergeladen (hier, eine griechisch-lateinische Fassung gibt es da) und bin bei den folgenden Worten gestern abend noch etwas hängen geblieben ...
Omnes vobis invicem subiecti estote, conversationem vestram irreprensibilem habentes in gentibus, ut ex bonis operibus vestris et vos laudem accipiatis et dominus in vobis non blasphemetur. Vae autem per quem nomen Domini blasphematur.
Seid alle einander untertan, führet einen untadeligen Wandel unter den Heiden, damit durch eure guten Werke einerseits ihr Ruhm erlanget, andererseits der Herr in euch nicht gelästert werde! Weh dem, durch den Gottes Name gelästert wird (10, 2 f.).
Das Wort kann uns zu denken geben. Wir kennen das Unding "Ärgernis geben" - jene Tatsache, daß wir den Menschen durch unser Handeln immer wieder ein zerrissenes und die Sache verdüsterndes Bild unseres Glaubens vermitteln, welches nicht besonders einladend wirkt. Diese Tatsache wird von Polykarp mit dem Begriff der Blasphemie in Verbindung gebracht, mit etwas also, das wir heute "Gotteslästerung" nennen: Dominus in vobis non blasphemetur - "der Herr werde in euch nicht gelästert". Es geht also nicht nur um irgendwelche public relations, sondern ganz fundamental um die Ehre des Namens Gottes vor den Menschen und um die Tatsache, daß Gott die Ehre seines Namens in die Hand von Menschen gelegt hat - auch in unsere Hände.
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Es wird einen Grund haben, warum die zweite Bitte im Gebet des Herrn jene um die Heiligung seines Namens ist - von der Schöpfung als dem ursprünglichen Schmuck Gottes herunter bis in unser Herz ...

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