Samstag, 12. Januar 2013

Der geliebte Sohn

Taufstein - Kirche St. Marien, Gengenbach im Schwarzwald
Indem der Mensch Jesus sich selbst versteht (und immer mehr verstehen lernt) als das, was er ist: das an die Welt gerichtete Wort des Vaters, in dessen Sendung das Schicksal des Weizenkorns, für die Welt zu sterben und dadurch Frucht zu bringen liegt, erfährt er Gott, nicht in einer "gegenständlichen", von seiner eigenen Wirklichkeit getrennten Schau, sondern in seiner auf sich selbst nicht reflektierenden Demut, die allen Raum in sich Gott überlässt und in der eigenen Funktionalität die Wirklichkeit des ihn sendenden, über ihn verfügenden, ihn ewig aus sich gebärenden Gottes erfährt. Deshalb wird ihm die Demut, Armut und Einfalt immer die Bedingung sein dafür, dass er anderen an seiner Gotteserfahrung teilgeben kann.
 Hans Urs von Balthasar:Herrlichkeit. Eine theologische Ästhetik. Erster Band. Schau der Gestalt. Einsiedeln 1961. S. 313f.

Keine Kommentare: