Dienstag, 25. Dezember 2012

Zur Heiligen Nacht

Weihnachtskrippe, St. Johannes Baptist, Laufenburg am Hochrhein
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Euch allen
den Frieden und Segen dieser heiligen Nacht:
Ehre sei Gott in der Höhe!
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O heiliger Abend, mit Sternen besät,
wie lieblich und labend dein Hauch mich umweht! 
Vom Kindergetümmel, vom Lichtergewimmel 
aufschau ich zum Himmel in leisem Gebet.
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Da funkelt von Sternen ein himmlischer Baum, 
da jauchzt es im fernen, ätherischen Raum; 
da lassen die Sphären in seligen Chören 
glückwünschend sich hören; mir klingt’s wie im Traum.
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Es führet mit Feuer Orion den Chor, 
die himmlische Leier tönt golden hervor; 
dann folgen mit Schalle die Sternelein alle; 
dem lieblichsten Halle lauscht selig mein Ohr: 
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O Erde, du kleine, du dämmernder Stern, 
doch gleichet dir keine der Welten von fern! 
So schmählich verloren, so selig erkoren, 
auf dir ist geboren die Klarheit des Herrn! 
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Wir wandeln da oben im ewigen Licht, 
den Schöpfer zu loben ist selige Pflicht; 
wir wallen und wohnen seit vielen Äonen 
auf himmlischen Thronen und sündigen nicht. 
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Wir funkeln im alten urewigen Glanz, 
du hast nicht behalten den himmlischen Kranz; 
doch neu dich zu heben vom Tode zu Leben, 
hat dir sich ergeben der Ewige ganz! 
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Wir kennen nicht Tränen, nicht Tod und nicht Grab, 
doch ziehet ein Sehnen zu dir uns hinab, 
wo liebend gelitten, wo segnend geschritten 
durch niedrige Hütten dein göttlicher Knab. 
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Du unter den Welten wie Bethlehem klein,
in himmlischen Zelten gedenket man dein. 
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So klangen die Lieder der Sterne hernieder,
da freut ich mich wieder, von Erde zu sein.
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Karl Gerok

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