Montag, 10. Dezember 2012

Unerkannt und verfolgt

"Nimm auf den Logos, der dir vom
Herrn durch den Engel übermittelt
wurde" ... Mariä Verkündigung -
Pfarrkirche St. Jakobus, Eschbach
Daneben läuft im Advent eine zweite Linie auf Weihnachten als den Geburtstag Christi hin; und sie offenbart sich besonders an den Quatembertagen des Adventes in den Evangelien von der jungfräulichen Mutterschaft Mariens; aber auch in vielen Texten des Offiziums, die Maria etwa auffordern: "Nimm auf den Logos, der dir vom Herrn durch den Engel übermittelt wurde: du wirst empfangen und gebären den, der zugleich Gott und Mensch ist, so daß du gebenedeit genannt wirst unter allen Frauen" (Brev. Mon., 4. Resp. der Vigil am 1. Sonntag; vgl. auch innerhalb der Woche). Diese Linie kann nur in der Geburt des Jesuskindes enden.
Aber auch dieser Abschluß ist nicht ein bloßes Idyll, wie es nach der Weihnachtspoesie manchmal scheinen könnte, vielmehr deutet auch er hin auf das Kreuz. Denn der Herr erscheint und als schwaches, armes Kind, von der Welt unerkannt und verfolgt. Er nahm den Leib der Niedrigkeit an, um ihn am Kreuze zu opfern. "Deshalb spricht er eintretend in die Welt: Opfer und Gabe wolltest du nicht, einen Leib aber hast du mir bereit. An Ganzopfern für die Sünde hattest du keinen Gefallen. Da sprach ich: Siehe, ich bin da ... o Gott, deinen Willen zu erfüllen" (Hebr 10, 5-7 nach Ps 39, 7-9). So ist die Geburt des Herrn eingeordnet in sein Erlösungsmysterium.
Odo Casel OSB: Der Advent als Lebensform des Christen in: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. [1952]. S. 31 f. - hier der vorgängige Teil dieses Textes.

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