Freitag, 21. Dezember 2012

Odo Casel OSB: Der Advent als Lebensform des Christen

Zum Anfang der Adventszeit hatte ich begonnen, die Betrachtung Der Advent als Lebensform des Christen von Odo Casel OSB auf dieser Seite - mit nur minimalen Kürzungen - zugänglich zu machen. Er ist dem postum erschienenen Buch Mysterium des Kommenden entnommen, welches Texte und Betrachtungen Casels enthält, die überwiegend von Schwestern der Abtei Herstelle - der Benediktiner wirkte dort als Spiritual - bei geistlichen Konferenzen dokumentiert worden sind.
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Hier nochmals entsprechende Verweise auf die einzelnen Teile in chronologischer Reihenfolge (die Überschriften zu den Blogeinträgen entstammen natürlich nicht dem Original): 
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Kommentare:

sophophilo hat gesagt…

thx!!

ed hat gesagt…

Wie kommt man darauf Odo Casel zu lesen? Die Frage ist durchaus ernst gemeint!
Sie stellt sich mir trotzdem, da gerade im eher traditionellen Spektrum der Kirche Odo als einer der größten Zerstörer der römischen Liturgie gilt. Es ist auch kein Zufall, dass gerade Bugnini ihn auf einer der ersten Seiten in seinem Buch "Die Liturgiereform" benennt,- so wurde unter Casel die Celebration ad populum in Maria Laach eingeführt (und das laaaaange vor der "Liturgiereform"), wie auch der theologische Fokus auf den Menschen verlegt.

Nichtsdestotrotz fand ich die Auszüge aus seinem Werk sehr berührend und würde von ihnen her nicht auf die Person schließen, die mein Vorurteil mich erwarten ließ. Eine ähnliche Erfahrung habe ich übrigens mit Guardini gemacht, der auf der einen Seite ein verblendeter Neuerer war, auf der anderen aber theologisch so treffende Texte geschrieben hat, dass man ihm fast schon Konservativismus hätte vorwerfen müssen :)

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Ich habe schon länger vor, diese Fragen in einem Artikel aufzugreifen, allerdings ist das alles noch nicht ganz spruchreif im Oberstübchen. Hier nur soviel: Casel dürfte eine Celebratio versus populum sicher nicht in Maria Laach eingeführt haben, dafür dürfte eher der Kreis um Abt Ildefons verantwortlich zeichnen (für eine Qullenangabe wäre ich im gegenteiligen Fall allemal dankbar). Überdies kann man überlegen, warum Casel eigentlich nach Herstelle abgeordnet worden ist, wo er übrigens offenbar auch nicht versus populum zelebriert hat (wäre dem so, es würde heute sicher lobende Erwähnung finden). In seinem Buch über das Christliche Kultmysterium hingegen kritisiert er zum Beispiel den damals aufkommenden Trend, die Gläubigen um den Altar herum zu gruppieren, ebenso wie der die lateinische Kultsprache verteidigt. Was wir heute zum Teil in den Kirchen erleben müssen, spottet vielem, wofür Casel steht, da kann sich Bugnini noch tausendmal auf ihn berufen. Aber demnächst mehr ...

ed hat gesagt…

Also auf den Artikel freue ich mich definitiv. Der Hinweis auf Abt Ildefons Herwegen ist durchaus richtig. In meinen Notizen finde ich auch den Hinweis, auf die durch ihn gegründete, oder stark ausgeweitete Zeitschrift "ecclesia orans", zu deren Autoren auch Odo Casel gehört hat. In der Zeitschrift (durch Odo!?) wird die Muttersprache für die Liturgie propagiert, wie Feier ad populum. Laut Wolfgang Waldstein, Hirtensorge und Liturgiereform, Liechtenstein 1977, ist Casel einer der Promotoren einer Liturgiereform, wie sie sich erst nach dem V2 durchsetzen sollte. "Odo Casel führt uns aus der Sackgasse der nachtridentinischen Opfertheorien."

Es ist schon zu lange her, dass ich mich noch wirklich an den kompletten Artikel erinnern könnte, aber vielleicht hilft er bei der Betrachtung Odos... Um Bugnini nachzuschlagen brauch ich jedoch etwas länger Zeit ;-)
In jedem Fall bin ich gespannt auf tiefere Einsichten!

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Nun ja, "Ecclesia orans" war eher eine Buchreihe, die übrigens mit Guardinis Schrift über den Geist der Liturgie gestartet wurde.
Casel hat später das Jahrbuch für Liturgiewissenschaft (wenn mich meine Erinnerung jetzt nicht täuscht) redaktionell betreut, in der natürlich unterschiedlichste Geister publiziert haben, unter anderem auch Pius Parsch, der einerseits schöne Erklärungen zur Messe lieferte, von denen man auch heute noch profitieren kann, andererseits ein extremer Vertreter für die Einführung der Volkssprache und für eine Celebratio versus populum war. Casel war Parsch sicher gewogen, auch wenn er dessen Vorstellungen, denke ich mal, nicht allzeit teilte (wie immer müssen Gastbeiträge ja nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben).
Zur Meßopfertheologie: Casels Mysterientheologie betont in der Tat den paschalen Vollzug der Meßliturgie: Den Übergang Christi durch den Kreuzestod in die Herrlichkeit durch Auferstehung und Himmelfahrt - dabei wird aber die Sühnopfertheologie nicht aufgegeben, sondern in einen größeren Bezugsrahmen gesetzt. Das ist dann auch eindeutig in die Liturgiereform eingegangen, wie etwa an den Hochgebeten III+IV ersichtlich. Die faktische Auflösung des Ritus, der ja Schutzmantel des Mysteriums sein sollte, durch dauernde Alternativformen dürfte meines Ermessens aber schon wieder an der Intention Casels vorbeigehen ... um, ums am Beispiel festzumachen, in einer durchschnittlichen deutschen Sonntagsmesse heute die Ideen Casels verwirklicht zu sehen, muß man schon viel Humor mitbringen.

Freilich wird überwiegend angenommen, daß "Mediator Dei" dies sehr kritisch bewertet hat, allerdings ist der Text der Enzyklika auch nicht wirklich eindeutig. Casel seinerseits fühlte sich von der Enzyklika bestätigt.

Eigentlich ist das Stoff für eine Doktorarbeit ... ;-)