Montag, 3. Dezember 2012

Nochmals Nabelschau

Das nervt jetzt hoffentlich nicht, aber ich habe noch eine nette Rückmeldung erhalten zum Thema "anonyme Kommentare" ... selbstverständlich will ich nicht generell unterstellen, daß da lauter Zeitgenossen dahinterstecken, die "kneifen". Bestimmte Phänomene fallen auf, beschreiben aber keineswegs komplett den Sachverhalt.
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Ein wenig steht noch die Frage im Raum, ob man sich auf einem katholischen Blog überdies - in welcher Form auch immer - mit Mißständen beschäftigen sollte, die in der Kirche oder an deren Rand (oder auch in der Gesellschaft allgemein) auftreten, oder ob nicht eine Konzentration auf Beiträge, die beispielsweise der geistlichen Rüstung dienen können, angemessener sei?
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Ich will das eine versuchen, ohne das andere ganz unter den Tisch fallen zu lassen, denn ein Blog spiegelt stets die Befindlichkeit des jeweiligen Autors wieder und hat damit einen ausgewiesenen Zug ins Subjektive. Mich bewegen eben nicht nur die Texte des in unseren Tagen viel zu wenig gewürdigten Benediktiners Odo Casel, die mein geistliches Leben befruchten und die ich daher auch gerne hier zitiere, sondern mich treiben auch andere Phänomene um ... und so mag zwischen dem Bild eines Adventmorgens und einem Casel-Text die Spöttelei über einen Haufen durchgeknallter Weiber und einen recht angejährten Jesuiten stehen, die offensichtlich nicht einmal mehr bemerken, welchen Bärendienst sie ihrem abstrusen Anliegen erweisen, wenn sie sich in ihrer penetranten Reformitis auch noch so ins Abseits produzieren. Ob der kleine Spott nutzt und taugt, kann gewiß hinterfragt werden - angesichts der Banalisierung des Allerheiligsten wäre es wahrscheinlich angemessener, härtere Saiten aufzuziehen. 
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Aber auch das ist auf dieser Seite stimmungsabhängig, ist eine Frage der Tagesform, ist manchmal gut und manchmal eher mißlungen, mag hie ins Schwarze treffen und da über das Ziel hinausschießen, kann das eine Mal vom Geist und das andere Mal vom Instinkt bestimmt sein und ist stets Bewegen-wollen ebenso wie Bewegt-werden - mit einem Wort: Bloggen.

1 Kommentar:

Martina Katholik hat gesagt…

Wenn man sich nicht ab und an mit Misständen beschäftigt, denke zumindest ich immer, derjenige ist etwas naiv und oder bekommt nichts mit oder beides. Das geht mir bei einigen bekannten amerikanischen Bloggern so.

Man kann als Katholik nicht immer nur beten und betrachten, man muss auch mal sein Missfallen über echte Misstände bekunden.

Die Feinde innerhalb und außerhalb der der Kirche bekunden ständig ihr Missfallen über sie, sollen wir ihnen das Kampffeld frei überlassen?
Wir gehören zur streitenden Kirche, aber zu der, die mit der und nicht gegen die Kirche streitet. Und da muss man auch mal was sagen dürfen. Wem es nicht passt, der muss es ja nicht lesen.