Montag, 17. Dezember 2012

Geborgen in der Gemeinschaft der Ekklesia

"... daß uns einst die ganze Herrlichkeit des Kyrios ... aufleuchten wird" -
der Dreifaltige Gott, Pfarrkirche St. Remigius, Merdingen
"Der Herr ist nahe!" (Phil 4, 5). Schon jetzt strahlt sein Licht zu uns herüber, erfüllt uns mit neuer Hoffnung und ungeahntem Leben, erhebt uns jetzt schon über die Niederungen der Erde, läßt uns schon hienieden an dem Leben Gottes teilhaben.
Und all dies wird uns nicht als einzelnen zuteil, sondern in der Gemeinschaft der Ekklesia, die als Braut dem Herrn entgegenwallt. So wandelte die alte Kirche in heiliger Gemeinschaft ihrem Kyrios entgegen, bestrahlt von dem Adventslichte, das sie im Pneuma schon bei sich wußte. Die Kirche geht nicht allein, der Herr ist bei ihr, er ist in ihr. Der einzelne Christ aber fühlt sich in der Gemeinschaft der Ekklesia geborgen. Auch wenn der Mensch in diesem Aion den Weg des Todes allein gehen muß, so ist er doch nicht getrennt von der heiligen Gemeinschaft, und die Hoffnung aller geht auf die gemeinsame Auferstehung bei der Parusie des Herrn.
Der Tod und die Verwesung gehören zum Bußcharakter der Lebensadventes; aber darüber sollen wir nicht die Glorie vergessen, die uns verheißen ist und die im Reiche für uns bereitliegt. Wenn wir so mit dem Pneuma Christi in unseren Herzen und in der Gemeinschaft der Ekklesia den Advent feiern, so ist er uns das sichere Unterpfand, daß uns einst die ganze Herrlichkeit des Kyrios am Tage seiner glorreichen Ankunft aufleuchten wird. "Jerusalem, erhebe dich, stell dich auf die hohe Warte, und schau die Wonne, die dir kommen wird von deinem Gott!"
Odo Casel OSB: Der Advent als Lebensform des Christen in: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. [1952]. S. 37 - Abschluß; hier der vorgängige Teil dieses Textes.

Keine Kommentare: