Sonntag, 9. Dezember 2012

Epiphanie und Kreuz

Taufe Jesu
Wallfahrtskirche
Ehrenkirchen-Kirchhofen
Besonders die Taufe Christi war eine Epiphanie oder Theophanie, d. h. eine Erscheinung Gottes vor der Welt, weil der Vater durch die Stimme vom Himmel Jesus als seinen Sohn anerkannte und das Pneuma in sichtbarer Gestalt auf ihn herabstieg. Deshalb weist Johannes, der Täufer Jesu, auf diesen hin als den großen Erwarteten, als den Sohn Gottes und als das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt tilgt.
Genau so aber macht es der liturgische Advent. In seinen Evangelien (Mt 11, 2-10 Ev. am 2. Herrentag im Advent; Joh 1, 19-28 Ev. am 3. Herrentag im Advent; Lk 3, 1-6 Ev. am Quatembersamstag und 4. Herrentag) führt uns Johannes der Täufer bis unmittelbar vor das öffentliche Auftreten des Herrn. Diese Linie des Adventes kann also nur in der Taufe Christi als dem Beginn seines Heilandslebens enden. Diese Taufe ist aber nur der Anfang; sie weist hin auf eine viel größere Taufe, die der Herr selbst ersehnt und die er am Kreuze in seinem Blute vollziehen wird. Deshalb nennt Johannes ja auch den von ihm Getauften das "Lamm Gottes" (Joh 1, 29 u. 36).  
Die Taufe im Jordan wird so zu einem Vorbild der Kreuzestaufe; Epiphanie wird ganz vollendet erst im Pascha. Deshalb kann das Fest der Epiphanie schon die ganze Erlösung feiern, weil die Jordantaufe auf das Kreuz hindeutet.
Odo Casel OSB: Der Advent als Lebensform des Christen in: Mysterium des Kommenden. Paderborn o.J. [1952]. S. 31 f. - hier der vorgängige Teil dieses Textes.

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