Donnerstag, 27. Dezember 2012

Eine neue Verkündigung - zum Johannestag

Maria und Johannes unter dem
Kreuz - Wallfahrtskirche Mariä
Krönung, Oberried
Der heilige Evangelist Johannes könnte uns heute von der Krippe direkt zum Kreuz führen, wäre das Kreuz nicht schon in der Krippe präsent. Stellen wir uns aber zu ihm und zu Maria mit unter das Kreuz, so werden wir einer weiteren Verkündigung gewahr: "Frau, siehe da, dein Sohn" und das Wort an Johannes: "Siehe da, deiner Mutter". Kein Engel spricht zu Maria, sondern die Stimme des Sohnes, wenige Augenblicke vor dem Tod (vgl. Joh 19, 26 f.).
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Eine Anbefehlung, überwältigt vom Schmerz. Letztlich bleibt diese Verkündigung ähnlich dunkel wie es die Worte des Engels am Anfang waren. Ihr alle Fragen des irdischen Daseins übersteigender Sinn wird erst an Pfingsten offenbar: Inmitten der Jünger erlebt Maria im Pneuma die Geburt der Kirche, deren Mutter sie werden wird. Der Jünger Johannes aber wird nicht mehr von ihrer Seite weichen, bis sie selbst als die Erst-Vollendete die Fülle des Reiches Gottes schaut. Er aber, Johannes, ist uns Zeuge dieses Reiches: "Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen Heiligen. Amen" (Offb 22, 21).

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