Freitag, 28. Dezember 2012

Der gestörte Lebensentwurf - am Fest der Innocentes Martyres

Die Heilige Familie auf der Flucht vor den Häschern des Herodes
Detail am Josephsalter, Pfarrkirche St. Nikolaus / Lenzkirch
Christi wegen sind sie umgebracht worden, die wir heute feiern: Die Innocentes Martyres, die unschuldigen Kinder Bethlehems, eine ganz eigene Zeugenschaft, von der uns Matthäus knapp berichtet:
Als Herodes sich von den Weisen hintergangen sah, geriet er in heftigen Zorn. Er ließ in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiete alle Knäblein von zwei Jahren und darunter umbringen - entsprechend der Zeit, die er von den Weisen erforscht hatte. Da erfüllte sich das Wort des Propheten Jeremias, der da spricht: "In Rama wird Klage laut, Viel Weinen und Wehgeschrei: Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind" (Mt 2, 16-18).
Selbst Gottes Friede wird brüchig, wenn er es mit der Welt zu tun bekommt, auf die Freiheit menschlichen Handelns trifft. Das Angebot der Liebe kann nur in Freiheit erwidert, ebenso aber zurückgewiesen, sogar pervertiert werden. 
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Israel erhoffte einen Erlöser und die Botschaft der Weisen war eindeutig - Herodes selbst ließ die Hohenpriester und Schriftgelehrten fragen, "wo der Messias sollte geboren werden" (vgl. Mt 1-12). Was aber tut Herodes? Nachdem die Weisen ihm nicht mitgeteilt hatten, wo sie diesen König, dessen Stern sie haben aufgehen sehen, gefunden haben und wer genau er sei, da schickt er seine Häscher los und läßt alle umbringen, die zeitlich und räumlich in Frage kommen, seine Herrschaft zu brechen, seinen Lebensentwurf zu stören: In der pervertierten Freiheit ist Herodes nicht einmal der Messias heilig. Die Geschichte schreibt sich - auf einer unteren Ebene - fort bis in die Gegenwart; auch unsere Zeit kennt Kinder, die einen "Lebensentwurf" stören und daher getötet werden.
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Jesus entkam den Häschern des Herodes. Es ist dies aber keine billige Rettung auf Kosten anderer, sondern eine Rettung auf Größeres hin: Bis die äußerste Sehne seines Körpers wird dieses Kind später Leiden und Tod bitter mit uns teilen.

1 Kommentar:

Anni Freiburgbärin von Huflattich hat gesagt…

Den Bezug zu den heute ermordeten Kindern im Namen einer ominösen Selbstbestimmung kann man gar nicht dick genug herausstreichen.
Der Babyholocaust, diese perverse Menschentötung sexueller Zügellosigkeit, muss immer auch Thema des heutigen Tages sein.
Früher ließen die Bischöfe am 28. die Glocken läuten. Und Heute?
Liebe Grüße
Anni