Montag, 31. Dezember 2012

Das Weihnachtslied des hl. Johannes de Brébeuf - Huron Carol

Weihnachtskrippe
Pfarrkirche St. Konrad, Freiburg
Im Jahr 1626 machte sich Johannes de Brébeuf von Québec aus auf den Weg an den Huron-See zum Stamm der Wyandot-Indianer, um ihnen das Evangelium zu verkünden. Dies tat er bis an das Ende seines Lebens - 1649 überfielen während eines Kampfes mit den Wyandot die Irokesen seine Mission und töten den Jesuiten. Papst Pius XI. sprach ihn 1930 heilig.
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Durch Pater de Brébeuf wissen wir viel über das Leben und die Bräuche der auch als "Huronen" bekannten Wyandot-Indianer. So findet sich in den Aufzeichnungen des Missionars der erste Nachweise des Wortes Howgh, welches später als (wohl eher vermeintlich) "indianischer Gruß" schlechthin seine Reise durch die Welt antrat.
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Zu den schönsten Hinterlassenschaften des Heiligen zählt ein in Kanada als Huron Carol sehr verbreitetes Weihnachtslied, welches Brébeuf unter dem Titel Jesous Ahatonhia ("Jesus, er ist geboren") in der Sprache der Huronen verfasste und dabei auf Bilder zurückgriff, die den Wyandot-Indianern vertraut waren: Die Hirten sind Jäger, die Weisen aus dem Morgenland bei Brébeuf Häuptlinge fremder Stämme, die dem auf Birkenrinde gebetteten und mit Hasenfellen gewickelten Jesuskind Fuchs- und Biberpelze darbringen. Die Melodie entlehnte der Heilige einer französischen Volksweise. Die gängige englische Übersetzung (Quelle: Wikipedia) fängt die benannten Bilder zumindest teilweise auf.


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'Twas in the moon of winter-time
When all the birds had fled,
That mighty Gitchi Manitou
Sent angel choirs instead;
Before their light the stars grew dim,
And wandering hunter heard the hymn:
Jesus your King is born, Jesus is born,
In excelsis gloria.

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Within a lodge of broken bark
The tender Babe was found,
A ragged robe of rabbit skin
Enwrapp'd His beauty round;
But as the hunter braves drew nigh,
The angel song rang loud and high:
Jesus your King is born, Jesus is born,
In excelsis gloria
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O children of the forest free,
O sons of Manitou,
The Holy Child of earth and heaven
Is born today for you.
Come kneel before the radiant Boy
Who brings you beauty, peace and joy.
Jesus your King is born, Jesus is born,
In excelsis gloria.
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Die im Youtube-Video glücklich wiedergefundene Bearbeitung in der Interpretation der Elora Festival Singers stammt - kleiner Hörtipp - von der CD The Mystery of Christmas, die beim Label Naxos erschienen ist und für mich zu den eindeutig besseren Alben mit Weihnachtsmusik zählt, die ich im Regal stehen habe. Nähere Infos hier.

Kommentare:

Geistbraus hat gesagt…

ein schönes Lied!
nur die Längung auf dem "Jesus yooooour king" ist auch etwas bizarr...
und ganz am Ende, wenn der Sopran zur Oktav aufsteigt, hätte ich mir G-dur gewünscht statt g-moll!

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Geistbraus, "Jesus yooooour king" mag mit seiner Längung - wer weiß? - dem "Unglauben" unserer Tage geschuldet sein, wird aber mutmaßlich der volksweislichen Vorlage geschuldet sein. Ansonsten mag ich fallweise Schlußakkorde in moll - der Erde, die uns immer wieder hat, scheint doch gleichfalls immer wieder danach zu sein ...

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Apropos Aufsteigen ... magst Du Puccinis Turandot (ich denke gerade an die letzten Takte bei der Klage um die tote Liú) ...?

Geistbraus hat gesagt…

Ist schon ziemlich lange her, dass ich Turandot das letztemal gehört habe. Bin aber generell kein so großer Puccini-Fan - halte es lieber mit Richard Strauss. Neulich wollte ich mir mal La Boheme auf DVD anschauen, aber ich bin nach 30 Minuten endgültig eingeschlafen...

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Wo doch keiner den Gefühlsdusel so hochwertig verkomponiert hat wie Puccini, notabene sozusagen ... ;-)

Aber Strauss hat auch was, vor allem der Schluss von Daphne ... oder das Harmonium in Ariadne zum Gesang dieser drei Grazien oder so. Mit Elektra kann man mich aber eher jagen, da habe ich bisher nie den Zugang gefunden (wie auch, wenn man das Harmonium in Ariadne mag ...).