Samstag, 1. Dezember 2012

Das neue Missale Romanum

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Was eigentlich ist das Meßbuch, genauer: das Missale für die außerordentliche Form des Römischen Ritus, das Missale Romanum alten Herkommens? Technisch gesehen - so wird gerne seitens der Litugiewissenschaft geantwortet -  ist es eine Art "Handbuch", in dem nach und nach sämtliche Texte und Riten für die Feier der Heiligen Eucharistie zusammengeflossen sind; eine Entwicklung, die mit der Liturgiereform und der Einführung von "Rollenbüchern" in Anlehnung an die Gepflogenheiten der Alten Kirche (Lektionar - Evangeliar - Missale) aufgegeben wurde. 
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In der Konzentration, diesem Zusammenfluß, der das "alte" Missale Romanum auszeichnet, kann aber auch ein geistlicher Gewinn gesehen werden: Wie in keinem anderen liturgischen Buch finden sich hier die mystagogischen Elemente der eucharistischen Feier vereint. Das Missale ist mit seinen Texten und klaren Weisungen, die den objektiven Vollzug des Mysteriums vor subjektiver Anverwandlung und Verdunklung bestmöglichst zu schützten suchen, dieses Missale ist somit das Initiationsbuch zum Pascha-Ereignis des eucharistischen Opfers, welches die Brücke zur Liturgie des Himmels schlägt - diese Kristallisation auf ein Buch kennt die Liturgiereform nicht - der Gedanke wurde damals zu Gunsten eines altkirchlichen Archäologismus aufgeben, der bei genauerem Hinsehen eher vordergründiger Natur ist. 
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Das Missale ist also nicht "irgendein" Buch. Und wie die Feier der Heiligen Messe einen unprätentiös-würdigen Vollzug gebeut, so sollte auch das Missale, welches hierzu auf dem Altar liegt, seine Bedeutung in diesem Ordo editorisch spiegeln.
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Unter Federführung von P. Martin Ramm FSSP ist (hier wurde bereits darauf hingewiesen) eine neue Ausgabe aufgelegt worden, die diesen Anforderungen genügen, von den Kosten her im Rahmen und praktikabel bleiben will. Von den bislang vorgängig greifbaren Neuauflagen ist die in den Vereinigten Staaten erschienene nämlich deutlich teurer und in der Beschaffung etwas aufwendig, während die von der Vatikanischen Buchhandlung veranstaltete "Studienausgabe" für die Zelebration wenig geeignet ist. Pater Ramm bringt seine Absicht mit folgenden Worten auf den Punkt: Das Meßbuch "sollte eben wieder ganz normal erhältlich sein".
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Dabei handelt sich keineswegs um die Reproduktion einer älteren Ausgabe. Im Fall des neuen Missale kam die Natur der Übernatur sozusagen ein wenig zu Hilfe: Die Texte wurden eingescannt und neu gesetzt, neu geschaffen wurden hingegen alle mit Noten versehenen Teile: "Seit 2007 habe ich", resümiert Pater Ramm, "immer wieder einmal daran gearbeitet, das letzte halbe Jahr intensiv. Mehrere Priester und Seminaristen" hätten zudem "Korrektur gelesen". Erste Erfahrungen habe man schon mit der Edition des Missale für Messen für Verstorbene gesammelt. Die dort gewählte Schriftart habe sich bewährt und sei in das neue Missale übernommen worden, ebenso das Grundformat der Edition. Die Type habe auch bei den Kanontafeln Anwendung gefunden, die gleichfalls neu ediert worden seien.
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Das nächste Projekt ist bereits in Arbeit: "Ein Kleines Rituale mit den wichtigsten Riten von Taufe bis Beerdigung und quer durchs Kirchenjahr, lateinisch und deutsch, teils mit Noten", so Pater Ramm. Weitere Informationen sind hier (Missale) und hier (Kanontafeln) auf introibo.net zu finden, hier geht es direkt zum Bestellformular.
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