Dienstag, 4. Dezember 2012

Adventliche Einbildung - zum Tag der heiligen Barbara


Die hl. Barbara - Pfarrkirche
St. Johann zu Freiburg

Heilige Barbara, was soll man nur über dich schreiben? ... Vieles, was über diese Blutzeugin des vierten Jahrhunderts berichtet wird, entstammt dem Reich der Legende und frommer Erzählungen; harte Fakten sehen anders aus. Seit mir gestern Abend das heutige Fest wieder ins Gedächtnis gekommen ist, trage ich diese Frage ein wenig mit mir herum. Hat dieser Tag eine Botschaft, die den Horizont warmherziger Überlieferung und frommen Brauchtums etwas tiefer durchleuchten könnte? 
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Die Antwort lag nur mittelbar in dem, was wir von Barbara wissen, sondern vor allem in dem, was wir sehen, wenn wir uns die Darstellungen dieser Heiligen anschauen. Darauf gebracht wurde ich durch das Bild, das ich aus meiner Sammlung gekramt hatte. Die Ein-Bildung der heiligen Barbara scheint mir fast eine Art adventliches eikon zu sein: 
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Es zeigt uns eine Jungfrau wachen Glaubens, eine kluge Jungfrau mithin (vgl. Mt 25, 1-13), die ihren Bräutigam erwartete und bis in den Tod hinein für ihn entbrannte. Das Moment der Erwartung, das mit dem Bild der klugen Jungfrau verknüpft ist, findet sich wieder im Turm, welcher Barbara als Attribut beigegeben ist ... am kommenden zweiten Adventsonntag begegnet uns in der Communio-Antiphon der Messe der Gedanke des Hinaufssteigens, um den Herrn zu erwarten, sehr konkret:
Jerusalem surge, et sta in excelso: et vide jucunditatem, quæ veniet tibi a Deo tuo. 
Stehe auf, Jerusalem, stelle dich auf hohe Wacht und halte Ausschau nach der Freude, die dir entgegenkommt von deinem Gott!
Ein adventliches Urbild könnte man auch im Kelch erblicken, in der offenen Schale, der Blüte - offen, Segen und Fülle zu empfangen. Hier weist der Blick nun zurück auf die Communio-Antiphon des vergangenen ersten Adventsonntags: 
Dominus dabit benignitatem: et terra nostra dabit fructum suum. 
Der Herr schenkt seine Güte - und unsere Erde gibt ihre Frucht.
Bleibt das Schwert, welches die Heilige zum Zeugnis ihrer Todes um des Herren willen in der Hand hält - es mahnt besonders an die Botschaft vom Gericht, das Wort vom zweiten großen Advent des Herrn, ein Thema, das vom Ende des Kirchenjahres in den Neuanfang dieser vorweihnachtlichen Zeit hineingreift. 
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Advent ist mehr als Erinnerung - er ist Gegenwart, in der wir leben auf das Kommen Christi hin in den Mysterien, auf das Kommen Christi hin am Ende unserer Tage, auf das Kommen Christi hin im Vollmaß der Zeit.
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So gesehen scheint es mir eine schöne Fügung, daß wir stets in den ersten Tagen des Advents das Fest der heiligen Barbara feiern - mit Ihrer Fürsprache geleite sie uns durch jedweden Advent dem Herrn entgegen.

1 Kommentar:

Alexander hat gesagt…

Barbara? Ich glaub, ich kenne eine Barbara. Die Kusine war nicht heilig. Ich denke, ich hab mit ihr Doktorspiele gespielt.

"Du fasst mich an. Ich fass Dich an."

So in der Art.

Passiert ist natürlich nix. Wir waren zu jung für Sex. Wir wussten gar nicht, wie er geht. Google gab‘s damals nicht.

Aber interessiert hat mich das andere Geschlecht schon immer. Babara natürlich auch, denn sie hat mir die Hosen ausgezogen.

Aber das Fest der Heiligen Barbara - was die Heilige wohl in ihrer Kindheit getan hat? - erinnert mich daran, mal in der Familienchronik nachzukramen, was denn aus meiner Barbara geworden ist. Ob sie noch immer die Schildkröte besitzt, die uns damals beobachtet hat?