Montag, 26. November 2012

¶ Sententiæ XIV

... Ohne die Zeiten der Feier wäre das Wort Gottes nur eine erbauliche Erinnerung, und die Kommunion in der Agape ein unerschwingliches Ideal, einer Quelle gleich, angesichts derer wir Durstes stürben. Denn es fehlt die Epiklese, in der sich die dreifache Synergie von Geist und Braut zusammenfaßt: es gäbe keinerlei Ereignis.
Ohne Feier sänke der Glaube in Theismus zurück, die Hoffnung wäre vom Anker losgerissen, die Liebe würde sich in Philanthropie auflösen. Feierte die Kirche ihre Liturgie nicht, so hörte sie auf, Kirche zu sein und wäre nichts weiter als eine soziologische Körperschaft, ein geisterhaftes Überbleibsel des Leibes Christi ...
Jean Corbon: Liturgie aus dem Urquell. Einsiedeln 1981. S. 96.

Keine Kommentare: