Donnerstag, 8. November 2012

Den Schleier auf uns herabziehen - Maria Schutz

Schutzmantelmadonna
Pfarrkirche Christkönig, Titisee-Neustadt
Dem Fest Maria Schutz begegnen wir zum ersten Mal in der griechischen Kirche. Dort wurde in der Blachernenkirche zu Konstantinopel neben einem Kleid auch der Kopf- und Schulterschleier, das Maphorion, der Gottesmutter aufbewahrt. Die Legende erzählt, im 10. Jahrhundert sei einem gewissen Andreas während eines Nachtgottesdienstes in dieser Kirche eine Vision zuteil geworden: Maria sei aus dem Altarraum der Kirche an den Ambo getreten und habe für das Volk gebetet. Dann soll sie ihren Schleier, der wie ein Blitz aufleuchtete, vom Haupt genommen und über das gläubige Volk ausgebreitet haben. Daraus hat sich das Patronat und Fest Maria Schutz entwickelt - ein Fest, das in der griechischen Kirche am 1. Oktober gefeiert wurde, ehe es in Vergessenheit geriet. Die russische Kirche pflegte diese Tradition jedoch weiter; in der Neuzeit fand es auch wieder Eingang in den griechischen Festkalender. Auch das Abendland kennt dieses Fest für den heutigen Tag, den 8. November. Näheres dazu bei VoxClamantisInDeserto.
.
In der griechisch-orthodoxen Liturgie wird heute unter anderem das folgende Kontakion gesungen:
.
Der Gottesgebärerin wollen wir Gläubige uns nun nahen
und ihren Schleier auf uns herabziehen,
ihr Lob verkündend in Hymnen, wie es sich gebührt.
Denn ihr Schutz kommt über alle Gläubigen und hüllt sie ein;
er schirmt vor mannigfachen Gefahren jene, die rufen:
Freue dich, helleuchtender Schutz!

Keine Kommentare: