Mittwoch, 3. Oktober 2012

Läßt sich eine "göttliche Liturgie" reformieren?

Natürlich kann man eine "göttliche Liturgie" reformieren. Fragt sich nur ... warum und wozu? Von der Lust an liturgischen Veränderungen schienen mir die (getrennten) orthodoxen Kirchen jedenfalls bislang weitestgehend verschont - und dies, obgleich deren gottesdienstliche Feier weit hermetischer deucht als ein gregorianisches Hochamt. 
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Wie ich aber hier lesen muß, hat der rumänisch-orthodoxe Metropolit Serafim Joanta bereits 2010 in einem Vortrag zum Thema Orthodoxie und Moderne auch der liturgischen Erneuerung das Wort geredet. Nebst einer Vereinheitlichung des orthodoxen Kalenders und einem öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird auch der Einführung der Muttersprache in die Liturgie und dem lauten Vortrag des Hochgebets das Wort geredet. Zudem soll der Vollzug der Liturgie katechetisch besser und regelmäßiger erläutert werden.
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Wie mag der Abendländer sowas nennen? Déjà-vu? Vor potentiellen Folgen einiger Ideen kann ich jedenfalls nur warnen, auch wenn mir aktuell der orthodoxe Klerus geistlich genug gerüstet scheint, um nicht die Ikonostasen einzureißen oder einen fragwürdigen Abklatsch der Göttlichen Liturgie des hl. Johannes Chrysostomos zu feiern und sich dazu rote Pappnasen aufzubinden.
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Ordentliche Katechesen zum Vollzug der Liturgie sind hingegen allemal zu begrüßen - zumal man sich dann das Herumändern an der Liturgie sparen kann.

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