Donnerstag, 25. Oktober 2012

Deprimentum oder Lichtblick?

Manche Worte scheinen von erschütternder Aktualität, auch wenn sie vor mehr als 350 Jahren zu Papier gebracht wurden. Das hier zum Beispiel:
Ich gestehe, daß ich viel für die Propagierung der Kirche in den Ländern der Ungläubigen übrig habe, aus der Auffassung heraus, daß Gott die Kirche hier nach und nach zugrunde gehen läßt, und dies unseres sittlichen Tiefstandes und der neuen Lehren wegen, die mehr und mehr anwachsen.
Das Zitat stammt aus einem Brief des hl. Vinzenz von Paul vom 31. August 1646. Der Heilige fürchtet überdies, "daß wir (...) in hundert Jahren die Kirche in Europa ganz verlieren". Alldieweil sich diese konkrete Mutmaßung letztlich nicht erfüllt hat, mag man für unsere Zeit immerhin noch Hoffnung hegen ...
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Hans Kühner: Vinzenz von Paul als Gestalt des Grand Siècle. Im Spiegel seiner Briefe, Vorträge und Gespräche. Köln 1963. S. 242.

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