Montag, 17. September 2012

Frau Helen Schlüngel-Straumann, die Leadership-Nonnen und Kindergarten-Grütze in der Wikipedia

Wie wunderbarlich ist doch manche Strafe ... noch viel wunderbarlicher aber mancher Artikel! Der Predigtgärtner hat diesen hier aus der Feder der feministischen Theologa Frau Helen Schlüngel-Straumann bei publik forum aufgetan und müht sich aktuell um einen Gnadenerweis jenes Publizität verheißenden Forums, ihn kommentieren zu dürfen
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Frau Helen Schlüngel-Straumann ihrerseits geht es um amerikanische Nonnen, die sich sozial totaliter engagieren oder sich in Elendvierteln verausgaben oder sich für das Recht auf Abtreibung einsetzen oder Gendershit anzetteln oder sich mit Lesben und Schwulen in die Kiste legen oder sich in amerikanischen Mehrsternehotels bei Bankettambiente zur Tagung ihres Dachverbandes treffen ... was man eben so alles tut, wenn man weiland irgendwann in einen Orden der römisch-katholischen Kirche eingetreten ist. 
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Die Sache hat aber einen kleinen Haken: Dieser Dachverband - den Eindruck werde ich kaum los - scheint sich nicht umsonst Leadership Conference of Women Religious zu nennen. Es existiert ein Video besagten Treffens, bei dessen abschließendem Singsang die Schwestern den rechten Arm heben, als sei der Adolf gerade auf Besuch gekommen, was dem Wort vom Leadership eine ganz eigene Note zuprägt. Das Filmchen dürfte in der Blogozese hinlänglich bekannt sein; daher verzichte ich mit Rücksicht auf § 86a StGB darauf, es hier zu verlinken. 
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Und noch was ... bei der ersten Durchsicht des etwas verwackelten und unscharfen Videos glaubte ich Trottel noch, einige Schwestern in Ordenstracht zu sehen. Bei näherer Betrachtung handelte es sich allerdings um Spalier stehendes Hotelpersonal. Also zurück jetzt zu den bereits erwähnten Elendsvierteln ...
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Sagte ich Elendsviertel? Wie peinlich, ich meinte natürlich Frau Helen Schlüngel-Straumann. Die ist stinkig, weil die Männer im Vatikan den Frauen in den Orden Unbill antun und sie unter bischöfliche Kuratel stellen wollen:
Ich bin empört und rufe alle auf, sich mit diesen Schwestern gegen die römische Inquisition zu solidarisieren!
Hübsch, diese Agitprop-Rhetorik! Damit übertraf Frau Helen Schlüngel-Straumann ihre kurz zuvor erst aufgestellte Bestmarke:
Der Pontifex Maximus, der römische Kaiser, verfolgte in den ersten Jahrhunderten die Christen. Bedrückend ist, dass der neue Pontifex Maximus nun die eigenen Leute verfolgt.
Das sind mindestens drei, vielleicht gar vier Keifpunkte auf der aktuell nach oben noch offenen Uta-Ranke-Heini-Skala! Glückwunsch, Frau Helen Schlüngel-Straumann! Da steckt Potential drin! Üben Sie weiter, Frau Helen Schlüngel-Straumann! Auch das abschließende Plädoyer, Frau Helen Schlüngel-Straumann, hat bereits eine gewisse Klasse, wenn Sie Ihre Konfrautres geradezu beschwören,
alles einzusetzen, um diesen Machenschaften entgegenzutreten. Wann endlich wird dieser Männlichkeitswahn in der römisch-katholischen Kirche enden? Oder geht sie daran zugrunde?
Man mag Frau Helen Schlüngel-Straumann versichern, daß die römisch-katholische Kirche ebenso wenig an Männlichkeitswahn wie an feministischer Theologie zugrunde gehen wird. Was aber hat es mit Frau Helen Schlüngel-Straumann eigentlich genau auf sich? Eine kleine Blütenlese aus einem sehr qualitätvollen Wikipedia-Artikel - Stilistik, Orthographie und Zeichensetzung wurden unverändert beibehalten - hilft da weiter. So erfahren wir über Frau Helen Schlüngel-Straumann (alle Zitate nach Stand heutigen Tages, 21.10 Uhr):
Sie ist gerne katholisch da sie sich darin weltweit zuhause fühlt. Als 16-Jährige spürte sie den großen Wunsch Priesterin zu werden, stellte sich aber dann die falsche Frage „Warum bin ich nur ein Mädchen?“ und fand das ungerecht. Erst später erkannte sie, dass es ja ungerecht ist, dass Mädchen zu diesem Dienst nicht zugelassen werden.
Immer diese falschen Fragen! Immer diese zu kurz gedachten Relationen! Immer diese  schlecht bedachte Logik samt klappernder Semantik! Mal Hand aufs Herz ... ich würde "Mädchen" ebenso wenig zum priesterlichen Dienst zulassen wie meinethalben "Buben". Was  damit von und über Frau Helen Schlüngel-Straumann gesagt sein soll, versteht sich zweifelsohne von selbst, aber die Verfasserin dieser Wikipedia-Fanpage scheint durch die Lektüre der Werke von Frau Helen Schlüngel-Straumann keineswegs klarer denken gelernt zu haben. Doch lesen wir weiter:
Bis vor wenigen Jahrzehnten stand es im Interesse der Mehrzahl der Männer, die Frauen dienstbereit und für ihre Zwecke untergeordnet zu halten. Im Laufe der ersten Jahrhunderte Christentumsgeschichte wurden die Texte des Neuen Testaments patriarchalisch ...
Heutzutage können kritische feministische Standpunkte in exegestisch-akademischen Zeitschriften problemlos veröffentlicht werden. Hingegen ist eine Vermittlung solcher Überlegungen an die Basis sehr problematisch. Zwischen Exegeten und Dogmatikern gibt es eine Diskrepanz. Dogmatiker lesen die Bibel wie ein Lehrbuch, was die Bibel aber nicht ist.
Daß ich einerseits die Veröffentlichung kritischer feministischer Standpunkte in "exegestisch-akademischen Zeitschriften" schätzen würde, möchte ich nicht unbedingt behaupten. Andererseits halte ich mir auch keine für meine Zwecke dienstbereit untergeordnete Frau. Man stelle sich nur einmal vor, was so ein unbedarft und unmündig und verblendet gehaltenes Wesen alsdann zum Beispiel in der Wikipedia schriebe ...
Ein separater Lehrstuhl für Feminismus als Spielplatz für Frauen parallel zum Männer-Lehrstuhl – wo diese die alten Sachen wie bisher machen können – davon hält sie nichts. Jedes Fach sollte man gründlich feministisch-gendermäßig hinterfragen, d.h. man sollte die Kirchengeschichte feministisch überprüfen, die Exegese feministisch betreiben, die dogmatischen Strukturen feministisch-kritisch durchleuchten und miteinander reden.
Sorry, aber wenn ich so eine Kindergarten-Grütze lesen muß, dann fällt mir allein noch Shakespeare ein: "Schwachheit, dein Name ist Weib". Diesen Jargon, diese ganz typische Melange aus Betroffenheit und Formulierungsschwäche in Attacke auf ein hochtrabendes Sujet bringt einfach nur eine Frau zustande. Und stiege selbst ein Engel Gottes vom Himmel hernieder und versicherte mir, dies habe ein Mann geschrieben - ich würde sogar dem Boten des Herrn hier den Glauben verweigern.

Kommentare:

Cinderella01 hat gesagt…

Danke für diese überaus erbauliche Gute-Nacht-Geschichte.
Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von dieser, meiner "Geschlechts-Genossin" und danke meinem Gott dafür, dass er mir auf dieser Welt eine Aufgabe zugedacht hat, die mich nicht verpflichtet, mein tägliches Brot auf die gleiche Weise wie Frau Helen Schlüngel-Straumann zu verdienen. Das Verfassen solcher ausgemacht unsinniger Texte wäre für mich die Höchststrafe ....

Geistbraus hat gesagt…

ach, einfach wunderbar! So ein herzerfrischender Stilkontrast zwischen den kursiven und nichtkursiven Abschnitten, kulminierend in einer hyperunkorrekten und doch so wahren Schlussfolgerung, und dann das Ganze noch allerkatholischst eingerahmt von zwei protestantischen Zitaten. Wirklich, eine Freude!!

MonikaM hat gesagt…

Wie es dann wohl klingt, wenn ProspeSalutis Feindesliebe praktiziert?

Wolfram hat gesagt…

Der wikipedia-Artikel ist am 18. September gründlich und mehrfach überarbeitet worden... hättest du so eingeschlagen?

Amüsant finde ich ja, daß die Dame das Priesteramt zu männlich für eine Frau findet - so ähnlich dürfte das die römische Amtskirche auch sehen, wenn auch in ganz anderen Worten.

Ich halte mir übrigens auch keine für meine Zwecke dienstbereit untergeordnete Frau; die Pfarrfrau folgt hier eher dem Modell der Käthe Luther. :mrgreen: