Freitag, 3. August 2012

Die Regel VII

Ita enim ei omni tempore de bonis suis in nobis parendum est ut non solum iratus pater suos non aliquando filios exheredet, sed nec, ut metuendus dominus irritatus a malis nostris, ut nequissimos servos perpetuam tradat ad poenam qui eum sequi noluerint ad gloriam (Regula Benedicti, Prolog, 6-7).
"Darum sollen wir alle Zeit mit den Gaben, die in uns gelegt sind, ihm gehorchen, auf daß er nicht eines Tages, einem erzürnten Vater gleich, uns als seine Söhne enterbe, oder wir ihn gar als einen zornigen Herrn zu fürchten hätten, welcher die unnützen Knechte ewiger Strafe überantwortet, weil diese ihm nicht zur Herrlichkeit folgen wollten".
... zur Herrlichkeit folgen ...
Die größte Gabe, sein göttliches Leben, haben wir in der Taufe empfangen. Wir sind Söhne Gottes und haben als solche unermeßliche Möglichkeiten. Benedikt spricht von der Strafe, die jene trifft, die dem Herrn nicht zur Herrlichkeit folgen wollten. Sie ist deshalb so hart, weil die Berufungsgnade so groß ist (Januar 1960).
Im Grunde haben wir in diesem Wort die Zusammenfassung unserer ganzen Regel. Wir gehorchen ja nicht einem Reglement, sondern wir gehen in den Gehorsam Christi ein. Er ist unsere einzige Regel. In jeder Lage wollen wir mit Hilfe der Gnade den Auferstandenen in uns leben lassen. Auf ihn hören, aufmerksam sein, das Ohr unseres Herzens neigen, ihm nachfolgen, ihn aufnehmen (Mai 1964).
Abt Denis Huerre OSB, Abbaye de la Pierre-qui-Vire

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