Freitag, 27. Juli 2012

Sankt Pantaleon - sich aller erbarmend

Sankt Pantaleon mit dem Modell der
Kapelle von Niederrotweil -
Pfarrkirche St. Johann Baptist
Oberrotweil am Kaiserstuhl
Nur als Gedächtnis kennt der außerordentliche römische Ritus die heutige Feier des hl. Blutzeugen Pantaleon. Die Ostkirche hingegen ehrt ihn als "Großmartyrer". Der junge Arzt aus Bithynien bezeugte während der diokletianischen Verfolgung Christus mit seinem eigenen Leben; der Überlieferung nach war der 27. Juli 305 der Tag seines Martyriums: "Lieber sollen meine Hände verdorren, als dass ich sie zum Schwur der heidnischen Götter erhebe" soll Pantaleon bekannt haben, nachdem er, der Notleidende umsonst behandelte, von neidischen Kollegen als Christ angezeigt worden war. Seine Peiniger fesselten ihn darauf hin an einem Olivenbaum und nagelten seine Hände an den Kopf. Die Umstehenden aber haben dabei eine Stimme vom Himmel vernommen: "Du sollst nicht mehr Pantaleon heißen, sondern Panteeleimon, (der sich aller Erbarmende), denn durch dich werden viele Gnade und Barmherzigkeit finden". Nicht nur die Reste seiner Grabeskirche in Izmit (weiland Nikomedia) erzählen von der Verehrung, die Pantaleon im Osten entgegengebracht wurde und wird. Zeugnisse der Verehrung dieses Heiligen in Rom reichen bis in das Jahr 708 zurück; in der Westkirche wurde sie besonders gefördert durch Kaiserin Theophanu, die mit Kaiser Otto II. vermählt war und die nach ihrem Tod 991 in der Kölner Basilika St. Pantaleon bestattet wurde.
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Pantaleon zählt zu den heiligen Vierzehn Nothelfern. In Niederrotweil am Kaiserstuhl steht ihm zu Ehren eine Wallfahrtskapelle; die Ursprünge dieser Wallfahrt liegen im Dunkel der Geschichte, aber bis heute wird der Sonntag nach dem Gedächtnistag des Heiligen als großer Wallfahrtstag begangen.
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O heiliger Pantaleon!
O hilf uns jetzt und allezeit!
O bitt' für uns an Gottes Thron.
Und steh' uns bei im letzten Streit.
Pantaleon, du Gottesmann!
Wir rufen dich um Hilfe an!
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(Niederrotweiler Wallfahrtslied, Schlußstrophe).

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