Montag, 9. Juli 2012

Fest "Maria, Königin des Friedens"

Ehrenmal für die gefallenen Soldaten der Weltkriege
Gedächtniskapelle in St. Peter im Schwarzwald
Im heiligen Namen Gottes, unseres himmlischen Vaters und Herrn, um des gesegneten Blutes Jesu willen, welches der Preis der menschlichen Erlösung gewesen, beschwören Wir Euch, die Ihr von der göttlichen Vorsehung zur Regierung der kriegsführenden Nationen bestellt seid, diesem fürchterlichen Morden, das nunmehr seit einem Jahr Europa entehrt, endlich ein Ziel zu setzen. 
Es ist Bruderblut, das zu Lande und zur See vergossen wird. Die schönsten Gegenden Europas, dieses Gartens der Welt, sind mit Leichen und Ruinen besät. Ihr tragt vor Gott und den Menschen die entsetzliche Verantwortung für Frieden und Krieg. Höret auf Unsere Bitte, auf die väterliche Stimme des Vikars des ewigen und höchsten Richters, dem Ihr werdet Rechenschaft ablegen müssen. 
Die Fülle der Reichtümer, mit denen Gott der Schöpfer die Euch unterstellten Länder ausgestattet hat, erlauben Euch gewiss die Fortsetzung des Kampfes. Aber um was für einen Preis? Darauf mögen die Tausende junger Menschenleben antworten, die alltäglich auf den Schlachtfeldern erlöschen. 
(Exhortatio von Benedikt XV. am 28. Juli 1915).
Die päpstlichen Mahnungen, gerichtet an die verfeindeten Mächte des Ersten Weltkriegs, fruchteten nichts. Einen der weiteren Versuche, den Frieden zu fördern, unternahm Benedikt XV. am 5. Mai 1917 - diesmal ein Akt geistlicher Natur: Er ließ der Lauretanischen Litanei die Anrufung Regina pacis, ora pro nobis - "Du Königin des Friedens, bitte für uns" hinzufügen. Nun fällt der Friede nicht vom Himmel, und sofern die Definition des hl. Augustinus, der Friede sei die Ruhe in der Ordnung (Pax est tranquillitas ordinis - De Civitate Dei XIX, 15), zutreffen sollte, so mag sich der Europäer selbst Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fragen, wie "friedlich" die Zeiten eigentlich sind, in denen wir heute leben. Der Krieg feiert Urständ nicht nur in Schlachten.
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Seinen Ursprung hat das heutige Fest allerdings andernorts: Als "Königin des Friedens" wurde Maria bereits im 17. Jahrhundert besonders verehrt. In ihrer Pariser Klosterkirche bargen Kapuziner ein Gnadenbild unter diesem Titel, dem einige wundersame Heilungen nachgesagt wurden - die bedeutendste soll am 9. Juli 1657 dem Sonnenkönig höchstselbst, Ludwig XIV. wiederfahren sein, was sich im heutigen Festdatum niederschlägt. Das Bild überdauerte die Französische Revolution und wird heute in der Pariser Kirche der Genossenschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä verehrt.
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Einer Madonna aus dem belgischen Scherpelheuvel ist das Gnadenbild "Maria, König des Friedens" nachgestaltet, welches auf Veranlassung der französischen Königin Maria di Medici dem Kölner Karmel Maria vom Frieden geschenkt wurde. Die Gnade, heißt es, baue auf der Natur auf, und so kann es als Fanal gesehen werden, daß dieses Gnadenbild der Friedenskönigin in einer Bombennacht 1942 mit der Kirche unterging. Nach dem Krieg wurde dem Kloster ein neues Bild geschenkt, welches Pius XII. segnete - es wird bis heute im Kölner Karmel verehrt. Zum heutigen Fest hatte die hl. Teresia Benedicta a Cruce - Edith Stein - übrigens Texte für Messe und Stundengebet entworfen. 

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