Sonntag, 1. Juli 2012

Einwurf ... mal wieder "pro multis"

Hat unser Herr Jesus Christus denn nun sein Blut für viele oder für alle vergossen? Recht lapidar läuft einem dazu in der neunten Lesung der Matutin zum heutigen Hochfest des Kostbaren Blutes ein Satz des hl. Augustinus über den Weg:
Sanguis Domini tui, si vis, datus est pro te; si nolueris esse, non est datus pro te.
Das Blut deines Herrn wurde, wenn du willst, für dich hingegeben; wenn du nicht willst, so ist es eben nicht für dich hingegeben worden.
Wäre ja schön, wenn wirklich alle wollten ...

Kommentare:

Freiburgbärin hat gesagt…

Amen

Wolfram hat gesagt…

Ich las eben noch einen Artikel, der darüber nachdenkt, warum einerseits nach der Schrift Menschen der Verdammnis anheimfallen, wo doch andererseits zu lesen ist, "Gott will, daß alle Menschen errettet werden" - kann GOtt denn seinen Willen nicht durchsetzen?

Und erst neulich dachte ich mit einem Freund über die Frage der Prädestination nach, zumal der sogenannten doppelten Prädestination, wonach Menschen nach der Vorsehung Gottes zur Verdammnis bestimmt sind.

Gemessen an der Realität der Welt ist "pro multis" noch viel zu hoch gegriffen, da müßten wir "für ein paar wenige Getreue" sagen. Gemessen an dem Zitat aus dem 1. Timotheus-Brief (meine ich jedenfalls, ich habs jetzt nicht nachgeschlagen) wäre "für alle" nicht von der Hand zu weisen. Mk.15 allerdings sagt "für viele", und das bleibt für mich das schlagende Argument. Scriptura norma normans est.

Augustinus - nun, sollte da nicht gerade dem traditionell-römisch-katholischen Leser ein kleines Glöckchen läuten? Wird da nicht das Sakrament am Glauben oder Unglauben des Individuums aufgehängt? (ja, ich treibe den Gedanken bis zur Spitze. Aber die Frage sei gestellt.)