Montag, 7. Mai 2012

MM* 4: Maria, Arche des Bundes

Nichts gibt es in der Welt, das vergleichbar ist der Gottesgebärerin Maria. Durchwandere, o Mensch, in Gedanken die ganze Schöpfung und sieh, ob irgend etwas ihr gleich ist oder über ihr steht. Durcheile die Erde, schaue dich um auf dem Meere, durchforsche die Lüfte, durchsuche im Geiste die Himmel, wäge ab die unsichtbaren Kräfte und siehe zu, ob es ein gleiches Wunder gibt in der Schöpfung.
Denn die Himmel künden die Ehre Gottes, die Engel aber dienen ihm in Furcht und die Erzengel beten ihn an mit Zittern; die Cherubim beben, da sie seinen Anblick nicht ertragen, die Seraphin umschweben ihn, wagen aber nicht zu nahen und lassen ihr Stimme zitternd erschallen.
Rechne zusammen all das Wunderbare und dann staune über die Größe der Jungfrau: Dem da die ganze Schöpfung zitternd und bebend lobsingt, den nimmt sie allein in unbegreiflicher Weise in ihren Schoß auf. Zu Maria ruft man, weil sie Mutter geworden ist und Magd, Wolke und Brautgemach und Bundeslade des Herrn.
Aus einer dem Patriarchen Atticus von Konstantinopel zugeschriebenen Predigt- in: Michael Schmaus: Katholische Dogmatik. Fünfter Band: Mariologie. München 1955, S. 92.
O Jungfrau, o wie gnadenreich, / dem Paradies und Himmel gleich! / O Gottes Haus, o Gottes Saal,  / o Himmel hier im Jammertal! / O gnadenreiche Gottesstadt, / die Gott sich selbst erbauet hat / von Gold und Perl und von Demant, / von Edelsteinen allerhand!
*MM: Mini-Maiandacht ... gucken, lesen, kurz innehalten ...

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