Donnerstag, 3. Mai 2012

MM* 2: Maria, unbefleckt empfangen

Die seligste Jungfrau wird im Hohenlied mit der Morgenröte verglichen (Hld 6, 9), weil sie der Anfang einer neuen Schöpfung ist. Mit ihrer unbefleckten Empfängnis beginnt die Geschichte der Menschheit von neuem; und alles ist wieder licht und hell: hier ist ein unberührtes, unversehrtes Wesen, ganz rein und fügsam, aus dem der neue Adam gebildet werden soll - aber auch wir, wenn wir uns mit ihm neu schaffen lassen wollen.
Denn die seligste Jungfrau wartet nur auf unseren guten Willen, auf die vorbehaltlose, kindliche Hingabe, um auch uns ihre Reinheit und Unschuld zu verleihen. Wir brauchen nur zu ihr aufzublicken, vor ihren Augen zu stehen, von denen es im Hohenlied heißt, sie glichen einem See: "Oculi tui sicut piscinae in Hesebon", einem kristallklaren Wasser, in dem wir frei werden von allem Ballast, in das wir uns versenken, um vom göttlichen Leben überflutet zu werden (Hld 7, 4).
 Sendung der Stille. Kartäuserschriften für Christen von heute. Einsiedeln 1957, S. 145.
Dies Lob sei dir gesungen, / Frau, hochgebenedeit, / von dir ist uns entsprungen / der Brunn' der Seligkeit. / Hilf uns zur Engelschar, / daß wir samt deinem Kinde / dich loben immerdar!
*MM: Mini-Maiandacht ... gucken, lesen, kurz innehalten ... 

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